Druckschrift 
7 (1847)
Entstehung
Seite
39
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Verbrechen war der That, wenn auch nicht dem Gedanken»ach; wie in jener Nacht, als sie nach dem Arzneibuchedie Stunden ausrechnete, welche ein menschliches Lebennoch zwischen ihrer Leidenschaft und seinem Ende weilenkonnte. Längs der Treppen, durch die Halle, zogen dieArmeen des Lichts geräuschlos, und still und klar, wiedie Urtheile Gottes inmitten der Finsterniß und des Schat-tens menschlicher Schicksale. Nur in Einem Zimmer ver-boten die dicht zusammengezogenen Vorhänge jedem Strahleden Eintritt, außer einem einzigen; und dieser Strahl fieldirekt herein wie der Lichtstrom aus einer Laterne, wie dervon einem Auge zurückgeworfene Strahl: wie ein Augeschien erwachend und fest durch das Dunkel; er schoß längsden Dielen hin und fiel am Fuße des Bettes nieder.

Plötzlich drang durch die tiefe Stille ein seltsamer undschrecklicher Ton es war das Heulen eines Hundes!Helene fuhr aus ihrem Schlaf empor. Percival'S Hund warihr in ihr Zimmer gefolgt, hatte sich, dankbar für ihreFreundlichkeit, am Fuß ihres Bettes niedergelegt. Jetztwar er auf dem Kiffen, sie fühlte sein Herz gegen ihre Handschlagen; er zitterte; sein Haar berstcte sich auf, und dasGeheul verwandelte sich in ein gellendes Gebell des Schre-ckens und Zornes. Unruhig sah sie sich um, rasch zwischenihr und dem Strahl, der durch die Spalte drang, schwebteein gestaltloses, dunkles Etwas vorüber, und war verschwun-den! so ununterscheidbar, so ohne Umriffe, daß es keineÄhnlichkeit mit einer menschlichen Gestalt hatte einerWolke, einem Gedanken, einer Ahnung gleich, dunkelte eS