Druckschrift 
7 (1847)
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

schlecht um die Todteuschan ansnatürlichen Tod" erken-nen zu lassen.

Obwohl Lucreria zur vollendeten Teufelin geworden,obwohl ihre Entschlüsse durch die Entdeckung ihres Sohnesbestärkt und ihre Ungeduld, ihm die verwirkte Erbschaft zugeben, gesteigert war, so scheute sie sich heute doch, HelenenSGesicht zu erblicken. Unter dem Borwand von Unwohlseinblieb sie auf ihrem Zimmer, und ließ nur Varncy vor, dersich von Zeit zu Zeit mit schleichendem Schritt und einge-fallenem Gesicht zu ihr stahl, um ihren oder seinen eigenenMuth aufrecht zu erhalten. Jedesmal, wenn er eintrat,fand er Lucretia mit Walter Ardwortl) S offenem Brief inder Hand; und sie wandte sich stets mit einer unnatierlichcnAufregung, die säst wie Geistesverwirrung erschien, von demdüster» und entsetzlichen Gegenstände, welchen er berührte,zu Gedanken an Reichthum, Macht, Triumph und freudigenWeissagungen hinsichtlich des Ruhmes, den ihr Sohn er-werben würde. Er blickte nur auf die Schwärze des Ab-grunds und schauderte; ihr Traum übersprang den Ab-grund und lächelte über die Nebelpalästc, die ihre Phantasiejenseits baute.

Nicht mißvergnügt darüber, daß sie sich diesen Tag ihre»eigenen Gedanken überlassen konnte, brachte Helene dieStun-den bis zur Nacht allein zu. NndüvaS waren es für Gedanken?Wie in einigen natürlichen Krankheiten die Einbildungskrafteinen höhern Flug nimmt, oder selbst die Vernunft einelichtere Klarheit gewinnt, so mochte sich vielleicht die Wir-kung der tödtlichen Kräuter auf die zarter» Organe des

3 "