ohne das Gepränge von Leiden, welche auö dem Opfer »
einen Märtyrer machen und auö dein Handelnden einen v
Carnifcr in der ganzen Bedeutung des Wortes; wenn csweder Blut gibt, noch ein Gcbrülle, noch Verkrümmungen,noch jene furchtbare, gefährdende Augcnblickiichkeit in derAusführung, so werden Sic sich der Gewalt des mensch-lichen Gesetzes entziehen, das Ihnen sagt: Störet dieGesellschaft nicht! So gehen sie zu Werke, so erreichensie ihr Ziel, die Leute im Orient, ernste, phlegmatischePersonen, welche sich wenig um die Fragen der Zeit beiConjuncturcn von einer gewissen Wichtigkeit bekümmern."
„ES bleibt das Gewissen noch übrig," sprach Frauvon Villefort, mit bewegter Stimme und mit einem unter-drückten Seufzer.
„Ja, ja," erwiederte Monte Christo, „zum Glückbleibt das Gewissen noch übrig, sonst wären wir sehrunglücklich. Nach jeder etwas kräftigen Handlung rettetuns das Gewissen, denn es liefert uns tausend gute Ent- ischuldlgunsien, über welche wir allein zu Gericht sitzen,und diese Gründe, so vortrefflich sic auch sein mögen, umuns den Schlaf zu gestatten, wären doch vielleicht mittel-mäßig vor einem Tribunal, um uns daö Leben zu erhal-ten. So mußte Richard III. z. B. vortrefflich von seinemGewissen bedient sein, nachdem er die zwei Kinder vonEduard IV. auf die Seite geschafft hatte; er konnte sich-ln der That sagen: Diese zwei Kinder eines grausamenund rachesüchtigen Königs hatte» alle Laster ihres Vatersgeerbt, was ich allein in ihren jugendlichen Neigungenzu erkennen im Stande war, diese zwei Kinder verhin-derten mich, das Glück des englischen Volkes zu machen,dem sie unfehlbar zum Unglück gereicht hätten. Sowurde Lady Macbeth von ihrem Gewissen bedient, dennsie wollte, was auch Shakespeare gesagt hat, nicht ihremGemahle, sondern ihrem Sohne einen Thron geben.
Ah! die mütterliche Liebe ist eine so große Tugend,eine so mächtige Triebfeder, daß sie gar viele Dinge