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„ES ist ein Glück," sagte sie, „daß solche Substan-zen nur von Chemikern bereitet werden können, denn, inder That, die eine Hälfte der Welt würde die andere ver-giften."
„Durch Chemiker oder durch Personen, welche sichmit der Chemie beschäftigen," crwiederte mit gleichgültigemTone Monte Christo.
„Und dann," sprach Frau von Billesort, sich mitaller Gewalt ihren Gedanken entreißend, „so geistreich csauch bereitet sei» mag, ' so bleibt das Verbrechen dochimmer ein Verbrechen, und wenn es der menschlichen Nach-forschung entgeht, so entgeht cö nicht dem Auge Gottes.Die Orientalen sind stärker als wir in Beziehung ans dasGewissen und haben kluger Weise die Hölle unterdrückt."
„Ei! Madame, das ist eine Bedenklichkeit, welchenatürlich in einem Gewissen wie das Ihrige entstehenmuß, aber durch das Naisonnement bald mit der Wurzelentfernt wird. Das Leben des Menschen geht damit hin,daß er dergleichen Dinge thut und sei» Verstand er-schöpft sich im. Träumen derselben. Sic finden sehrwenig« Leute, welche geradezu und ans eine ganz roheWeise ihres Gleichen das Messer in das Herz stoßenoder einem Menschen, um ihn von der Oberfläche derErde verschwinden zu machen, jene Quantität Arsenikeinflößcn, von der so eben die Rede war. Auf dieseArt ist es wirklich Folge einer Neberspannung oder
eine Dummheit. Ilm dahin zu gelangen, muß sich dasBlut ans sechs und dreißig Grad erwärmen, muß derPuls neunzig Schläge thun und die Seele aus ihrengewöhnlichen Gränzen treten. Aber wenn Sie, wie mandies in der Philologie thut, von dem Worte zu einer ge-mäßigten Synonyme übergehend, eine einfache Ver-treibung vornehmen, statt einen gemeinen Mord zu
begehen; wenn Sie ganz einfach von Ihrem Wegedenjenigen entfernen, welcher Sie hindert, und zwar
ohne einen heftigen Schlag, ohne eine Gewaltthat,