schränkte Anhänglichkeit an die Grundsätze der Negierung,tiefer Haß gegen die Ideologen, dies waren die von Herrnvon Villcfort zur Schau gestellten Elemente seines innerenund öffentlichen Lebens.
Herr von Villcfort war nicht allein ein Staats-beamter, sondern beinahe auch ein Diplomat. SeineBeziehungen zu dem alten Hofe, von dem er stets mitWürde und Ehrfurcht sprach, machte» ihn bei dem neuengeachtet, und er wußte so viele Dinge, daß man ihnnicht nur beständig schonte, sondern auch bisweilen zuRathe zog. Vielleicht wäre dem nicht so gewesen, wennman sich seiner hätte entledigen können, aber Herr vonVillcfort bewohnte, wie jene gegen ihren Oberhcrrnrebellischen LehenSträger, eine unüberwindliche Feste.Diese Feste war sein Amt als Staatsanwalt, dessenVortheilc er inSgesammt vortrefflich anSzubentcn wußte,und das er nur anfgegcben hätte, um sich zum Deputatenwählen zu lasse» und die Neutralität durch die Oppositionzu ersetzen.
Herr von Villcfort machte in der Regel wenigBesuche und gab auch wenige zurück. Seine Frau be-suchte für ihn; cs war dies einmal in der Welt soangenommen, wo man ernsten und zahlreichen Geschäftendes öffentlichen Beamten das zuschrieb, was in Wirk-lichkeit nur eine Berechnung des Stolzes, eine O.uint-esscn; von Aristokratie, die Anwendung des AriomS end-lich war: Gib dir de» Anschein, als schätztestdu dich, und man wird dich schätzen, ein Arioin,welches in unserer Gesellschaft tausendmal nützlicher ist,als das der Griechen: Lerne dich sel b st kcn n e n,denn das letztere ersetzt sich in unseren Tagen durch dieminder schwierige und viel vorthcilhafterc Kunst, Anderekennen zu lernen.
Für seine Freunde war Herr von Villcfort einmächtiger Beschützer; für seine Feinde ein stummer unddumpfer, aber erbitterter Gegner; für die Gleichgül-tigen war er die Statue des als ein Mensch erscheinen-