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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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Der Fabrikbetrieb verändert überall eine solche Gruppirungder Arbeiterbevölkerung; es entstehen die grossen socialenGegensätze, die allerdings weniger dem technischen Gefügedes Fabrikbetriebes, als dein socialen ihren Ursprung ver-danken. Welch anderen Charakter trägt das SaarbrückerKohlenrevier gegenüber den Gegenden der privaten Textilin-dustrie. Man sieht nur Beamte! Und in ununterbrochenerStufenfolge bessert sich die Lage der von der königlicheu Ver-waltung beschäftigten Personen vom Bergmann zum Steigerund zum Direktor. Kapitalunterschiede sind nicht vorhanden,die welche an der höchsten Stelle und die, welche in der Mitteund unten stehen, sie alle nehmen socialpolitisch den gleichenStandpunkt ein; sie beziehen alle ein Arbeitseinkommen.

In der rheinischen Textilindustrie steht überall eine kleineZahl vpn kapitalbesitzenden Fabrikanten einer grossen Zahlvon Arbeitern gegenüber; aber der Gegensatz hat ein ganzverschiedenes Gepräge, je nachdem die Industrie mit Wasseroder mit Dampf betrieben wird. Die Wupper bei Hückes-wagen und Lennep, die Roer bei Düren, die Wester und llillbei Eupen, es sind überall die gleichen Wasserläufe,die im Sommer hinter der Stauung über Steine dahin hüpfen;an ihnen entlang sind die grossartigen Spinnereien ge-zogen, oft mehr als einen Büchsenschuss von einander ent-fernt ; oben sitzt der Glücklichste, der sich zuletzt dort nieder-gelassen , dasWasser als erster abfängt und damit am reich-lichsten versorgt ist. Ein Zusammenhang zwischen den Etablisse-ments besteht nicht. Um jede Spinnerei etliche Häuser, wodie Arbeiter wohnen; unten im Thale, wo in Eupen zuierst dieVertriebenen sich ansiedelten, die Kirche und das Rathhaus;die Weber haben oben auf den Höhen und in den umliegendenDörfern ihr Unterkommen gefunden. Der Unterschied des Ver-mögens tritt hier ganz unvermittelt zu Tage: reiche Fabrikantenund mittellose Arbeiter, die 14 und mehr Stunden täglicharbeiten; prächtige Villen oder einpalazzo di pietro undkleine, elende, niedrige Dorfhäuschen. Dreissig bis vierzigreiche Fabrikantenfamilien, Tausende von Arbeitern und einigePolizeibeamte bilden die Bevölkerung einer solchen ländlichenTextilgegend.

In der Gladbacher Gegend giebt es keine bedeutendeWasserkraft; durch Dampf sind die Schwesterstädte gewachsen.

und. die Arbeiter versorgten sieb dort mit ihrem Bedarf. Zum Terminkonnten sie aber häufig nicht bezahlen und beim Friedensgericht, welchessich über s / 5 des Kreises erstreckte, kamen Klagen auf rückständige Klagenvor, 1836: 10, 1838: 123, im ersten Quartal 1839: 55; die Verklagtenwaren 1838 zur Hälfte, 1839 zu vier Fünfteln Fabrikarbeitern.