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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

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Unternehmung, das Hauptgewicht liegt noch in der kaufmän-nischen Leitung und es ist der Sporn zur technischen Aus-bildung bei diesen Kapitalisten noch nicht so mächtig; Reisennach England zu technischer Ausbildung kommen kaum vor.

Während in Gladbach die kaufmännisch-kapitalistischenGründer der Industrie in den letzten Jahren immer mehr an-fangen, sich mit dem technischen Betriebe vertraut zu machen,spielt in England sich der umgekehrte Process ab. Dortwaren die Gründer der Industrie vielfach Arbeiter, Techniker,und zwar nur Techniker, welche lediglich ihren Maschinen-betrieb, diesen aber auch gründlich kannten; den Absatz be-sorgten Kommissionäre und es ist charakteristisch, dass es viel-fach deutsche, namentlich Frankfurter Juden, waren, welchesich zu diesem Zwecke als Grosshändler daselbst etablirten.Erst in der neueren Zeit bestreben sich die blossen Technikerauch den kaufmännischen Vertrieb direkt in die Hand zunehmen, um sich der Zwischenhändler zu entledigen.

Die technische Ausbildung der Arbeiter steht auf derHöhe ihrei- Fabrikanten. Von einem alten Arbeiterstämmekann bei der jungen Fabrikindustrie noch nicht die Rede sein;man hat die Leute genommen, wo man sie gefunden. In derWeberei sind am gesuchtesten die früheren Handweber. Denungeübten Kräften giebt man möglichst billige Garne, damitder Verlust beim Verderben des Stückes ein geringerer sei,und in zwei bis drei Wochen können sie angelernt sein; umjedoch 22V 2 schmale oder 1U/s breite Stühle zu bedienen,müssen sie ein halbes oder ein Jahr arbeiten. Aus den ge-schicktesten und gewissenhaftesten Webern werden innerhalbein bis zwei Jahren leistungsfähige Kettenscherer und Bäumer;oft werden diese auch der Zahl der Handweber entnommen.Obwohl die Weber die zahlreichste Arbeiterklasse in denWebereien bilden, machen sie in einer mir bekannten Fabrikfür halbwollne Zeuge doch nur 35 Procent aus, die Spuler25 Procent, der Rest vertheilt sich auf allerlei Arbeiter in denNebengewerben. In der Spinnerei ist das Erforderniss an ge-lernten Arbeitern ein grösseres. Nach Angabe des Fabrik-inspectors Dr. Wolff 1 ) müssen 6 Procent etwa 4, 26 Procent23, 17 Procent 12 und 7 Procent V 2 1 Jahr gelernthaben; der Rest besteht aus Arbeitern, welche in vier bissechs Wochen nothdürftig angelernt werden können; nament-lich in der Feinspinnerei soll es an tüchtigen Arbeitern man-geln. Die Unzufriedenheit der Fabrikanten über schlechteLeistung ist eine ziemlich allgemeine; doch fragt man sie:Was haben Sie denn gethan, um die Leistungsfähigkeit zu er-höhen? so lautet die Antwort: Nichts! ein besonderesLehrlings-

) Kgl. Regierung zu Düsseldorf Acta I. III. 5 . 573.

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