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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

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Feinspinnereien genöthigt, ihre Fabrikation auf gröbere Garneeinzurichten, in welchen sie jetzt Deutschland grosse Konkurrenzbereiten 1 ).'

Die mechanische Weberei nahm gleichfalls einen grossenAufschwung; anfangs für Nessel, Satin und Beaverteen ein-gerichtet, erwies sie sich dafür weniger erfolgreich als späterfür gröbere Gewebe wie Biber. Ilandwebstühle, deren es 1838:4603 und 1861: 6629 gab, zählte man im Jahre 1875 nur noch1401; sie erhalten sich namentlich in der Buntweberei, und eswerden auf ihnen Garne verarbeitet, welche aus Abfällen ge-sponnen und daher leicht zerreissbar sind. Der Kraftstuhl be-darf besseren Materials, soll derselbe viel, d. h. billig pro-duciren; das Spulen und Weben des Abfallgarns würde zulangsam gehn. Daher wird es alten Männern, die in ihremWinkel geblieben, und Frauen, deren Zeit sonst im Winterbrach liegen würde, übergeben; Kinder spulen es sehr vor-sichtig, die Mutter selbst leitet den Faden, und wo sie ihn zudünn findet, reisst sie ihn ab, damit das Weben keinenAufenthalt erleidet. Lange wird es nicht dauern, so wird auchhier die Handweberei verschollen sein. Die Handdruckerei istschon durch die Perrotin- und Rouleauxdruckerei ersetzt worden,und diese wirkt durch ihre schönen Muster auf den Absatz.Hier eine Statistik der Entwickelung des mechanischen Be-triebes im Bezirke der Handelskammer (Kreise Gladbach undGrevenbroich und Stadt Dülken):

Jahr

Spinnereien j

Spindeln

Webereien

Kraftstühle

1856

_

45276

300

1858

14

71072

1001

1861

19 i

103088

1491

1869

38

231000

42

4500

1874

35

280059

68

6705

Der Fabrikbetrieb hat in der Gladbacher Industrie gesiegtund zwar in der Form der selbständigen privaten Unterneh-mung. Wohl kommt es vor, dass junge Anfänger, kapitalloseKommis, etwa 25 an der Zahl, sich hier und da Raum und Dampf-kraft für ihre Stühle miethen; ja es gibt sogar zu diesem ZweckeeineBundesweberei, wo sie in fremdem Lokal so lange ar-beiten, bis sie im Stande sind, sich selbständig zu etabliren;auch besteht seit langer Zeit eine grosse Aktiengesellschaft fürSpinnerei und Weberei, welche sich für einfache Artikel gutbewährt hat; aber diese beiden Unternehmungsformen ver-schwinden gegenüber der grossen Masse der Fabrikbesitzer.

) Jlittlieilungen des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirth-scliaftliclien Interessen in Rheinland und Westfalen 1876, S. 157.

Forschungen (7) U. 2. Thun 1. 11