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1 (1879) Die linksrheinische Textilindustrie
Entstehung
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II. 2.

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420660 Mark jährlich, oder kurz gesagt: ein Drittel derAachener Bevölkerung bestellt aus absolut Armen (und Pro-letariern) sans phrase, ein zweites Drittel schwankt auf derschmalen Grenzlinie zwischen Sattsein und Hungern, wo eineinziger Unfall, eine einzige Woche Arbeitslosigkeit die Familieins Unglück stürzt, nur der dritte Theil der Bevölkerungist den elementarsten Nahrungssorgen enthoben, aber selbstdavon bezieht die Hälfte nur 6601200 Mark jährliches Ein-kommen.

Jetzt wird es völlig klar, warum im Jahre 1877 von derArmenverwaltung 2555, vom Vinceuzverein 305, vom Elisabeth-verein und von Privaten ungezählte andere Familien unterstütztworden sind; sie alle zusammen mit ihren Angehörigen ergebenbald die 16862 Personen, welche 1877/78 von der Steuer be-freit wurden, und der Erhöhung dieser Zahl für das Etatjahr1878/79 wird auch nach einer vorläufigen Mittheilung derArmenverwaltung eine Zunahme der von ihr unterstütztenFamilien entsprechen. 420 Mark jährlich bedeuten kaum 8Mark wöchentlich, und da wir festgestellt haben, dass eineFamilie mindestens 10 Mark für Fristung ihres physischenDaseins und für Beschaffung eines Obdachs bedarf, so müssensämmtliche Familien mit weniger als 520575 Mark jährlichirgendwoher ein abgeleitetes Einkommen beziehen.

Die Krisis hat fürchterlich unter dem Arbeiterstande ge-wütliet. Alle wohlgesinnten Männer, welcher Partei sie auchangehören mögen, können ihr Erstaunen darüber nicht be-meistern, dass die Arbeiter noch überhaupt existiren können, undsie grübeln, wie dieselben es wohl anstellen mögen, sich durchsLeben zu schlagen. Mir scheint das Räthsel unschwer zulösen: die Ausgaben sind auf das rein physische Minimum re-ducirt; nur ein schützendes Dach und ein gewisses minimalesQuantum an Nahrung, wie Cichorienwasser, Brot und Erdäpfel,müssen beschafft werden; alle übrigen Bedürfnisse bleiben un-berücksichtigt. Die in guten Zeiten angeschafften Kleider,Wäsche und Möbel wandern in eines der 21 fiorirenden Pfand-häuser, und nur eine dürftige Hülle, bestehend in Plemd, Hoseund schäbigem Rock, deckt die abgemagerten Glieder; imWinter wird gefroren und Abends im Dunkeln oder auf derArmensünderbank in der Kneipe gesessen, wo es hell undwarm ist; die Kinder kommen in die Freischule, und dieSteuern müssen erlassen werden; denn wo nichts ist, habenKaiser und Oberbürgermeister ihr Recht verloren. Wie häufignichts mehr zu holen ist, beweist die steigende Anzahl derwegen Rückstände