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z. priwl. seinem, Eoinparentcns, majorenn gewordenen Tuenden IÜ6 tradiert."Das soll ein Deutscher verstehen?! Daß manche Gelehrte, selbst wenn sic fürUngelehrte schreiben, doch von ihren altgewohnten Kunstausdrücken sich nichtlosmachen können, zeigt der von einer schweizerischen Zeitung vor einiger Zeitgebrachte Aufsatz eines Professors in Blümchen, welcher sich in der Zeitschriftdes landwirtschaftlichen Vereins in Bayern über das richtige Verfahren zurBeurteilung des Viehes folgendermaßen ausspricht: „Die Unzulässigkeit istnur durch Adoptierung eines anderen Systems zu vermeiden, wenn man alle be-achtenswerten Spezialmomente als wesentlich oder vollwichtig für die Wahrungder Integrität in der harmonischen Ausbildung und Funktionierung des tieri-schen Organismus gelten läßt und demgemäß die an den Einzelmoineiltenwahrgenommenen (Hualitätsgrade nach angemessenen.Prädikaten oder mit ent-sprechenden Wertszahlcn würdigt, welche ohne Ausnahme so zu wählen sind,daß die analogen cjsualitätsstusen auch gleiche Wertschätzung finden müssen.Dabei können alle Beurteilungsmomente, die wirtschaftlich bevorzugten, wie diefür minder einflußreich gehaltenen, ohne Verdunkelung der Vorzüge nach korrektenUriterien mit gleicher Objektivität eingeschätzt werden, und aus den evident er-haltenen Einzelrcsultaten läßt sich ebenso nach verschiedenen Richtungen hin einFacit, wie durch Zusammenfassung ein unzweideutiges Gesamtresultat ziehen."
Denselben Blangel an Rücksicht aus die Nichtgelehrten finden wir täglichin den Zeitungen, welche eine Wenge unverständlichen Sprachstoffes dem Volkedarbieten und dadurch oft die sonderbarsten Blißverständnisse veranlassen: habenwir es doch erst vor kurzem erlebt, daß das schwer verständliche FremdwortSeptennat von den reichsseindlichen Parteien benutzt wurde, um durch Unter-schiebung einer anderen Bedeutung das Volk gegen die Regierungsvorlage auf.zuhetzcn. Auch hierbei kann ich durch einige Zahleneingaben die von jedemsattsam gemachte Erfahrung unterstützen. Ein schwäbischer Schulvorsteher, dessenSchule junge Leute von ^8—ZO Jahren aus allen Berufskreisen besuchten, stelltenach einer Butteilung im Schwäbischen Blcrkur (Blärz ^887) während des letztenWahlkampfes eine Untersuchung an, wie weit seine Schüler gewisse damalstäglich in den Zeitungeil wiederkehrende Fremdwörter verstünden. Das Ergebniswar überaus ungünstig. Von 60—70 Schülern verstand kein einziger dieWörter Patriotismus, j?rograimn, Agitation, Extrem, fanatisch, Votum, Debatte,Blonopol, j?rincip; nur einer kannte die Ausdrücke international, Kombmation,Kandidatur, Reform, Konflikt, Revanche, nur zwei Aternat, Anarchist, nur dreiEentruin, Discrction. Alle übrigen hatten kein Verständnis von diesen Wörtern,welche doch in jeder Wahlversammlung, in allen Wahlberichteil vorkainen undtäglich voll den öffentlichen Blättern gebraucht wurden.
Ein Blitglied des Dresdner Sprachvereins machte in der von ihm ge-leiteten Fortbildungsschule einen gleichen Versuch. Dabei ergaben sich etwashöhere Zahlen, aber immerhin blieb es verwunderlich, daß ganz geläufige Fremd-wörter nicht verstanden wurden. In einer Klasse voll 52 jungen Leuteil zwischensö—^8 Jahren wußten nur 5 die Bedeutung von Debatte, nur ^ kannten