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gelehrter nicht, daß Allod ein echt deutscher Begriff ist, daß der Ansdruckmorganatisch ans dein deutschen „Worgengabe" gebildet ist? Aus welchenfremden Sprachen sind denn Lappalie, Glasur, Futteral, Pauschalsummeins Deutsche gekommen? Es sind deutsche Wörter, die uur eine lateinischeEndung erhalten haben, ähnlich wie Schmieralien, Aleinodien, Austrügalgerichtund andere. Auch Walhalla und Walküre kann man doch nicht zu den Fremd-wörtern rechnen? Endlich sind Flanke, Liste und Grippe echt deutsche Wörter,die erst aus unserer Sprache in das Französische eingedrnngen sind. Den um-gekehrten Fehler begeht Rümelin, wenn er S. 45, das Wort Formel, das ausdem lat. form:,In entstanden ist, alseine deutsche Bildung aus „Form" bezeich-net. Alan staunt, wenn inan die Behauptung liest, daß eine mehr als tausend-jährige Sprache nicht neue Wörter frei zu erfinden vermöge: mm: brauchtnur an das Eisenbahnwesen zu denken, um sich zu überzeuge::, daß diese Be,hauptung unrichtig ist (vgl. später über Neubildungen). Wan staunt noch vielinehr, wein: man seine Ansicht voi: den: Eindringen der Fremdwörter ii: unsereSprache hört. Er spricht sich darüber aus S. ff, f. in folgender Weise aus: Nu:die Witte des vorigen Jahrhunderts war die deutsche Sprache und Litteratnr, fidrosaund s?oesie dürftig entwickelt, mit einem sehr unzulänglichen Wortschätze, schleppen-dem und schülerhaften: Satzbau, ohne Wohllaut, ohne eindrucksvolle Wirkung. Dadurchbrach der deutsche Genius seine Hülle und führte binnen weniger Jahr-zehnte unsere Sprache und Litteratur auf die stolze Höhe der Elassieität undeines goldenen Zeitalters. Unsere große:: Dichter und Denker hatten sich alleneben ihren: lateinischen Schulsack au dci: französischen Schriftwerkei: heran-gebildet, es konnte ihnen nicht entgehe::, daß die lateinische und die französischeSprache Tausende von Wörter,: und Redensarten besaß, denen keine sie deckendedeutsche Ausdrücke entsprachen. — Ulan wollte und konnte aber nicht ausall die feinen und sinnigen Gedankennuancen, welche das fremde Wortvoi: den: verwandte,: deutschen abgrenzen, verzichten, und so blieb nichtsübrig, als für zahlreiche Gäste die Thore der Wuttersprache weitauszuschließen, um sie ganz zu adoptieren und in den Fluß der deutschenRede selbst einzustellen?) Dazu kan: noch eine Wenge neuer Gebrauchs- undLuxusgegenstände, die ihre mitgebrachten ausländischen Namen nicht ablegten. —Wir Habei: also nach Rümelin die viele:: Fremdwörter in der Hauptsache unferngroßen Dichtern und' Denkern zu verdanken! Gab cs dem: vorher keineFremdwörter? — Das leugnet Rümelin nicht; sic waren aber „mehr in deräußerlichen Form der Rede" und hatte,:, schon weil sie sich durch lateinischeSchrift augenfällig von der deutsche,: Rede abhobeu, „nur den Lharakter vonEitaten, voi: Einschiebseln und angeblichen Zieraten (S. ich)-"
wirkliche,: Eingang in die Sprache fanden sie erst durch unsere Alassiker!Das ist eine ganz neue Auffassung. Bisher nahm man an, daß unsere große,:
*) Hätte Rüinclin statt „adoptieren" den deutschen Ausdruck „an Kindesstatt annehmen"gewählt, so hätte er sich gewiß eine solche Bildervermengung nicht zu schulden kommen lassen:mau nimmt etwas an Kindesstatt an und stellt es in den Fluß hinein!