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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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mit auf den Weg gegeben würde." Nicht das hätten die Gebrüder Grimmbei ihrem Wörterbuchs beabsichtigt.Aus diesem Wörterbuche lernen wir denunaufhaltsamen Fortschritt der Sprachentwicklung kennen, ausgehend von denSchriftstellern.*) scher verfolgt inan den Zuwachs an Worten auch aus fremdenSprachen, und die Aufnahme solcher Worte zeigt ihre Unentbehrlichkeit in denAugen der Brüder Grimm. Biele Fremd worte fehlen bei ihnen: diesekämpfen gleichsam um das Dasein und der Ausgang des Kampfesist abzuwarten."

Nein, nicht viele Fremdworte fehlen bei ihnen, sondern alle wirklichenFremdwörter, und es bleibt kein Ausgang eines Kampfes um das Dasein ab-zuwartcn. Kennt lchrman Grimm das große Werk seines Dheims, seineseigenen Vaters so wenig? Nur Lehnwörter sind ausgenommen, die Fremd-wörter sind vollständig ausgeschlossen.Solche fremde Ausdrücke", heißt esiu der Vorrede (S. 28),kommen uns zwar täglich in den Wund, gehenaber die deutsche Rede nichts an" . . .Wie der Stolz aus unsere eigeneSprache, der oft noch schlummert, einmal Heller wacht und die Bekanntschaftmit allen Nutteln wächst, welche sie selbst uns darreicht, um noch bezeichnendereund uns'angemessenere Ausdrücke zu gewinnen, wird auch die Anwendung derfremden weichen und beschränkt werden." And weiter unten heißt es:DieserAusländern und Sprachenmengung soll das Wörterbuch keinen Vor-schub, sondern will ihr allen redlichen Abbruch thun". Wilhelm Grimmruft in der oben erwähnten Rede aus der Frankfurter Germauisten-Versammlungaus:Gefährlich im höchsten Grade ist der Nußbrauch der Fremdwörter, derin unserer Zeit alles Ncaß übersteigt; ich kann mich nicht stark genug dagegenausdrücken. Alle Thore sperrt inan aus, nur die ausländischen Geschöpfe heerdcn-weise einzutreiben. Das Korn unserer edlen Sprache liegt in Spreu und Wust'wer die Schaufel hätte, um es über die Tenne zu werfen!" Tr findet dieGründe für diesentraurigen Verfall" in derstumpfen Gleichgültigkeit gegenden hohen Wert der Sprache, die ein Volk noch zusammenhält, wenn andereStützen brechen," in den: mangelnden Gefühle von ihrer inneren Kraft, in derNeigung vornehmer zu erscheinen." Und Zakob Grimm sagt am Schlüsseseines Aufsatzes über das Pedantische in der deutschen Sprache:Zur schmäh-lichen Fessel gereicht es unserer Sprache, wenn sie ihre eigensten und bestenWörter hintansetzt und nicht wieder abzustreisen sucht, was ihr pedantische Bar-barei ausbürdete; man klagt über die fremden Ausdrücke, deren Tin-mengen unsere Sprache schändet; dann werden sie wie Flocken zerstieben,wenn Deutschland sich selbst erkennend, stolz alles großen peils bewußt seinwird, das ihn: aus seiner Sprache hervorgeht."

So urteilten über das Fremdwörterwesen die beiden großen Nlänner, diewir als die gründlichsten Kenner deutscher Sprache, als die Begründer der deut-schen Sprachwissenschaft verehren. Sollen wir ihnen folgen oder Perm. Grimm?

*) Gehen wir von den Schriftstellern aus?! worauf soll sich eigentlich dieses aus-gehend beziehen, ausFortschritt" oderEntwicklung"?