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Die Sprachreinigung und ihre Gegner : eine Erwiderung auf die Angriffe von Gildemeister, Grimm, Rümelin und Delbrück ; Festschrift zur Begrüßung der 1. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins in Dresden am 8. und 9. Oktober 1887
Entstehung
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die allerdings ein klägliches französisch-Deutsch aufweisen, als Muster der Dar-stellung betrachtet wissen? Don Luchtenberg gicbt es einen Ausspruch, dervon den freunden der fremdwörterei beherzigt zu werden verdient:ReineNation fühlt so sehr als die deutsche den Wert anderer Nationen und wirdleider von den meisten Nationen wenig geachtet. Auch dünkt, die anderen Na-tionen haben Recht: eine Nation, die allen gefallen will, verdient vonallen verachtet zu werden. Der Charakter der Deutschen ist in zwei WortenVirgils pntrium t'ug'imns enthalten". Übrigens vermisse ich unter denMusternund Meistern" die Vertreter der alten Zeit. Wie halten es Nibelungenlied undGudrun, Walther von der Vogelweide und die großen Gpiker des Mittelaltersmit der Sprachreinheit? wie vor allen Luther? And warum erwähnt Gilde-meister nicht Alopstock und Arndt, fichte und Ahland? Alle diese Meister ver-gangener Zeit, wenn wir von den jetzt lebenden ich erinnere nur an Gustavfreytag absehen sollen, verschmähen in richtigen: Stilgefühl das entbehrlichefremdwort, weil es gegen den guten Geschmack verstößt; und je empfindlicherunser Geschmack mit dein Aufschwünge des deutschen Geistes und der lhebungunseres Nationalgesühls geworden ist, um so strenger müssen die jetzigen: An-forderungen sein. Gildemeister sagt selbst sehr richtig, jede Zeit müsse nach sichselbst beurteilt werden, weil Sitte und Sprache in: Laufe der Zeit sich äudern.Das gilt insbesondere von der Gegenwart. Wenn Schiller und Goethe sichgegenüber jenen nur von einzelne:: Männern ausgehenden Sprachreinigungs-bestrebungen so fügsam erwiesen haben, wie viel mehr würden sie sich jetzt einerBewegung anschließen, die aus den: Iherzen des Volkes eutspruugen durch dasgauze Volk hindurchgeht. Gin Schriftsteller muß die Stimme seiuer Zeit ver-stehen, wenn er aus sie wirke:: will.

Zn: folgenden giebt Gildemeister die fälle an, in welchen nach seinerMeinung das fremdwort zulässig ist, nämlich bei den: gänzlichen fehleneines Begriffes und 2) bei demfehlen einer bestimmten Nuance des auchin: Deutsche:: vorhandenen Begriffs" (S. zyO). ersten falle fügen sich, wieer meint, auchstrenge Juristen" in das Anvermeidliche; in de::: anderen aberfinden oder erfinden sie deutsche Wörter, die ungefähr etwas Ähnliches besagen,und meinen nun, das fremde sei entbehrlich." Gr klagt über die Stumpfheitderer, welche keinen Unterschied merken zwischen bigott und scheinheilig, devotund unterthänig, frivol und leichtfertig, galant und höflich, Gleganz und Zier-lichkeit u. s. w. Mit vollen: Rechte, nur liegt die Stumpfheit nicht aus seitender Sprachreiniger; denn diese verlangen gar nicht, daß in jeden: falle ge-rade diese deutschen Ausdrücke für die genaunten fremdwörter cintreten sollen.Bigott kann auch frömmelnd oder strenggläubig oder bliudgläubig sein; devotkann demütig, ergeben, aber auch unterwürfig, kriechend sein; galant ist nichtnur höflich, sondern auch gefällig, artig, fein, weltmännisch, zuvorkommend, auf-merksam, ritterlich; frivol ist keineswegs nur leichtfertig, sonder:: auch eitel, ge-haltlos, schlüpfrig, auch mutwillig, vermessen; Gleganz wird nur selten durchZierlichkeit wiederzugebeu feiu; weit häufiger bedeutet es feinheit, Vornehmheit,