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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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In Breslau erwarb Conrad von Liegnitz 1374 das Bürgerrecht.Item Conradus glaser alias moler de Legnicz factus et civis. Mathiasde fonte fideiussit pro eo 1374. 1387 machte die Stadt mehrere Zah-

lungen für gemaltes Glas und für die Gesellen an Meister R abo. Gleich-zeitig mit Conrad lebten die Glaser Mertin, Hannos und Krystan.Jedenfalls arbeiteten damals schon Meister Peter der Maler undNicolaus Fischbach der Glaser, welche 1416 eine grössere Bestel-lung für die Nicolaikirche zu Brieg) erhielten, die sie 1417 ohneWinkelzüge abzuliefern hatten, ein Zeichen, dass die beiden vollaufbeschäftigt waren. Meister Fischbach kaufte 1420 das Erbe der Kinderdes Bartusch Glaser.

Im Stifte St. Florian verlieh Propst Heinrich II. 1317 des Bau-meisters Otto Tochter, Gisela und ihrem Gemahl je eine Herrenpfründe.Giselas Gemahl war Meister Wolfhart, Glaser und Maler, ein Zöglingder Kirche St. Florian. Magister Wolfhardus vitriarius pictor ecclesienostre alumpnus. Er und seine Gemahlin wurden wegen der treuenAnhänglichkeit und seiner uneigennützigen Dienste in die geistige Ver-brüderung von St. Florian aufgenommen 2 ).

Meister Michael von Stadt Zwettl, f 1387, wurde bereits genannt.

Die Künste waren demnach bereits früh aus den Klostermauernausgewandert. Während hier kunstsinnige Mönche von handfertigenBrüdern unterstützt wurden, sammelten sich um den bürgerlichen Meisterdie Gesellen. Zunächst mögen die Laienkünstler ihre Werkstätte inden Bischofssitzen aufgeschlagen haben; bald jedoch fanden sie that-kiäftigen Schutz in >dem gewaltig aufstrebenden Bürgerthum. Bei derallgemein verbreiteten Handfertigkeit, bei der grossen Vielseitigkeit dermittelalterlichen Kunsthandwerker fehlte es niemals an der nothwendigenHiilfsbereitschaft. Baumeister waren nicht selten zugleich Steinmetzen,Maler zugleich Bildschnitzer; von einzelnen Glasmalern wissen wir, dasssie verschiedene Kunstzweige meisterhaft beherrschten.

Vielfach wurden die Fenster im Kloster angefertigt und von dortaus an ihren Bestimmungsort gebracht, oder die Klöster sandten ihreerfahrenen Ordensmitglieder in gegenseitigem Austausch zur Erledigungder Arbeiten einander zu. Hierfür spricht auch die grosse Aehnlichkeitzwischen einzelnen alten Glasgemälden; man vergleiche nur die Gleich-artigkeit in den Glasmalereien der räumlich so weit getrennten Benedik-tiner-Abteien M. Gladbach und Weissenburg. Andere Nachrichten, soz. B. von St. Denis, Salem u. a. berechtigen zu der Annahme, dass auchvon fahrenden Glasarbeitern die Fenstermosaiken ausgeführt wurden.

*) Vergl. oben, S. 21.

") Vgl. Czerny a. a. O., S. 40.

ii IS