Die Reste dieses Fensters waren die einzigen alten Glasmalereien, welche beider Aufhebung des Klosters nicht entfernt wurden ; aus dieser Zeit linden wir folgendeNotiz: „Am rothen Fenster hinter dem oberen Altar im mittleren Fenster sind dieBildnus Burggrafs zu Nürnberg, so zu Kaiser Rudolfs Zeiten gelebt und über ihm derZollerische Schild und Namen Fridericus, gegenüber aber seiner beiden GemahlinnenBildnus, über denen auch der Zollerische Schild mit diesen Worten: Duae DominaeBurggraviae.“ Es war unter den Glasgemälden der Kirche das einzige, welches manim zerstörungslustigen 18.Jahrhundert der Aufbewahrung werth erachtete: man nahm esbei der damaligen verunglückten Restauration der Kirche heraus, verwahrte es sorg-fältig und setzte es dann wieder ein 1 ). Zeugniss für das rücksichtslose Verfahren imJahre 1770 gibt die auf Vorschlag „wegen Erleuchtung der an den sogenannten neuenChor anstossenden Sakristei der neuen evangelischen Kirche erfolgte Resolution vom7. Dezember 1770“: „Die haubt Finsterling in der Sacristey Verursachet das mittlerelange gemahlte Fenster im Chor. Und da diesse Mahlerey bis oben hinauf, wo einBurggräflich Monument stehet, leediglich keine figuren Voratellet, sondern bloss gefärbteScheuben sind, so wäre der Vorschlag, dieses gemahlte Fenster bis zum Monumentherauszubrechen und dagegen mit neuen Tafieln zu Versehen“ 2 ). Die bei der Restau-ration im Beginne der 70 er lahre noch zur Verwendung gelangten Reste könnennur sehr geringe gewesen sein ; eine Abbildung des Ilerstellungsplanes, der jedochnicht innegehalten wurde, siehe Oidtinann, Theil I. Soweit es sich von der Kirche ausbeurlheilen lässt, sind, wenn überhaupt welche, so nur wenige Glasstücke alt, jedenfallsso wenige, dass man von einem alten Fenster gar nicht mehr reden kann; wahr-scheinlich ist das ganze Fenster neu; die untern Teppichfelder sind leider in Kathe-dralglas, welches man damals für den besten Ersatz des alten Glases hielt, ausgeführt,während an den neu eingesetzten Wappen Kabinetmalerei angewandt zu sein scheint.
in den obersten Feldern sehen wir in langgestreckten Medaillonseine Kreuzigung, links die knieende Gestalt des 1297 verstorbenen Burg-grafen Friedrich III. von Hohenzollern, rechts die knieenden Figurenseiner Gemahlinnen Elisabeth und Helena. Das Fenster entspricht keines-falls den Erwartungen, welche einzelne Schilderungen dieser „figuralenMalereien“ 3 ) erwecken müssen; glücklicherweise bieten die übrigen Kunst-
*) Geschichte von Kloster Ileilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit vonGeorg Muck, Pfarrer in Poppenreuth, vorm, in Ileilsbronn. 3 Bände. Nördlingen1879. Band III, S. 266.
2 ) Slillfried a. a. O. bei der Beschreibung der Münsterkirche.
8 ) Vergl. Bücher S. 70; Kugler, Kleine Schriften II, .Seite 17; Sighart 343.Bavaria III, 879. Otte II, 623. Stillfried I. lieft und II. B. S. 55, 1867. Auch dieneueste Ausgabe von Meyers Lexikon setzt Fenster aus dem Kloster Ileilsbronn in diezweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, während doch nur obendrein zweifelhafte Reste einesFensters vorhanden sind. Die übrigen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stam-menden Kreuzgangfenster und Darstellungen aus dem Leben des heil. Bernhard wurden1774 nach Ansbach gebracht. Lieferungs- und Empfangsschein: Zum hochfürstl. Bau-amt Onolzbach werden anmil die aus der hiesigen Kirche genommenen gemaltenFenster an 18 Flügeln übersandt. Hailsbronn am 28. Dez. 1774. J. J. Weinhard,Verwalter.“ „Die Einlieferung zum Bauamt bescheint, Onolzbach, am 29. Dez. 1774.G. F. Knoll.“ (Muck III, S. 701.) — Wo sind diese Fenster geblieben?
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