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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
Entstehung
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zumal für später etwa entstehende Differenzen wichtiger, urkundlicherBeleg für den bisherigen Zustand, andererseits dienen sie als werth-volles Hülfsmittel bei der Wiederherstellung; ausserdem geben Ver-grösserungen der Aufnahmen die zuverlässigsten Pausen der Zeich-nung. Bei der Herausnahme empfiehlt es sich, die äusseren Rändermit dickem Papier zu bekleben, um Verletzungen zu verhüten, welchebeim Abhauen des Kalkes entstehen könnten. Ausspannen von Tüchern,sowie am Boden eine dicke Page Heu oder Stroh ist sehr zweck-dienlich zum Auffangen von herausfallenden Gläsern; die heraus-genommenen Felder sind, wenn möglich, einzeln, in Watte verpackt,in besonderen Pappschachteln unterzubringen *).

Fine neue Verbleiung, natürlich in gleicher Stärke der Ruthen,ist wohl nur bei geringfügigen Beschädigungen ausnahmsweise zuumgehen. Gesprungene Gläser werden durch schmale Nothbleie zu-sammengefügt, theihveise abgefallene Konturen auf kaltem Wege ergänzt,da es nicht unbedenklich ist, alte Gläser einem nochmaligen Brandeauszusetzen, ganz abgesehen von dem Umstande, dass sich zuweilen dieFarbe nicht einbrennt. Stört der Defekt zu sehr, so mag man einmit den Konturen versehenes weisses Glas hinterlegen und mit einziehen.

Dass bei Ersatzstücken alter Glasmalereien die Patina ebenfallsergänzt werden muss, bedarf kaum der Erörterung. Die sorgfältigsteAuswahl der Gläser, die genaueste Nachahmung der Zeichnung könnendie versöhnende Wirkung eines wolkig vertheilten, trüben Ueberzugesnicht entbehren. Zweifler mögen sich nur verschiedene misslungeneArbeiten betrachten, um sich schnell von der Richtigkeit zu überzeugen,so z. B. in St. Kunibert zu Köln und an dem Thron Salomons imDome zu Augsburg.

1 )ie künstlichen schwarzen Flecken, wie B a 11 a n t i ne 2 ) schreibt, allein

') Vgl. Zeitschrift für christl. Kunst, Heft 3. Oidtmann, Die alten Glas-gemälde zu Ehrenstein.

-) A. a. O. S. 2 u. f.Manche Glasmaler sind zu einem ausgebreiteten undreichen Gewinn bringenden Rufe gelangt aus keinem anderen Grunde, als indem siejenem fehlerhaften Geschmacke fröhnten und in ihren Nachahmungen antiker Glas-gemälde den Wirkungen der Zeit zuvorzukommen sich bemühten. So findet man dennselbst in neuen Kirchen gemalte Glasfenster mit zahllosen schwarzen blecken ver-unstaltet, um ihnen dadurch das verlangte alterthümliche Ansehen zu verleihen: eineTäuschung, derjenigen einigermassen verwandt, welche von armseligen Künstlern undbetrügerischen Gemäldehändlern geübt wird, wenn sie Nachahmungen von Bilderneines Teniers und Rembrandt fabriciren, selbige gehörig anräuchern lassen und dannals ächte Originale an den Mann bringen. Magerer Entwurf, mangelhafte Zeichnungund ungeschickte Composition, alles wurde mit emsigstem Fleisse copirt, währendzugleich, um dem Werke den Stempel ächten Alterthums aufzudrücken und auch dielinkische Anfertigung alter Exemplare nachzuäffen, die Glasstücke absichtlich zerbrochenund dann in plumper Weise zusammengelöthet wurden.

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