einen Halm dick trockenen Kalk darauf, um, nach Theophil, das Glasvor dem Brechen auf unebener Fläche zu behüten, vor allem aber, umdas 'Festbacken des Glases am Eisen zu verhindern. Den Kalk drückteer mit einem flachen Holze eben und legte darauf das gemalte Glasvorsichtig nebeneinander, und zwar so, dass die grünen und blauenStücke mehr nach aussen, die strengflüssigen weissen, gelben undrothen mehr nach innen zu liegen kamen. So legte er die Platte aufdie eisernen Querstangen und entwickelte unter ihr ein massiges Feuervon völlig trockenem Buchenholz, das er nach und nach mit Vorsichtverstärkte, bis die Flamme von allen Seiten der Platte empor und überdem Glase zusammenschlug. Sowie letzteres zu glühen anfing, warf erdas Feuer eilig aus dem Ofen, schlug dessen Rauchloch und Mündungzu und liess es so, bis sich alles abgekiihlt hatte. War das Glas heraus-genommen, so versuchte er, ob sich die Farbe mit dem Nagel abkratzenHesse. Widerstand sie, so war die Arbeit fertig; wenn nicht, so musstedas Einbrennen wiederholt werden. War der Brand gelungen, so legteer die einzelnen Stücke auf seinen hölzernen Karton in Ordnung undgoss sich die zu ihrer Verbindung nöthigen Bleiruthen 1 ). Auch hierzumachte er sich die Form von Eisen oder Holz selbst, welche, abgesehenvon ihrer Plumpheit und Unbeholfenheit sowie von dem Mangel einesHandgriffes der heute im Gebrauch befindlichen ähnlich war 2 ). DasBlei, welches er zum Guss der Ruthen verwendete, war ungemischt.Das sogenannte Abhobeln der Bleiruthen, das Hinwegnehmen des über-flüssigen Bleies an den Ruthen geschah mittels des Messers.
H Cap. XXIII. Quomodo coquatur vitrum, — Interim fac tibi tabulam ferreamad mensuram furni interius, exceptis duobus digitis in longitudine et duobus in lati-tudine, super quam cribrabis calcem vivum siccum, sive cineres spissitudine uniusfestucae, et cum aequali ligno compones eos ut firmiter jaceant. Habebit eademtabula caudain ferream, per quam possit portari et imponi ac exLrahi. L’ones autemsuper eam vitrum pictum diligenter et conjunctum, ita ut in exteriore parte versuscaudam ponas viride et saphirum, ac interius album et croceuin et purpureum, quoddurius est contra ignem, et sic immissis trabibus pones super eos tabulam. Deindeaccipies ligna faginea in fumo valde sicca, et accendes ignem modicum in furno,postea majorem cum omni cautela, donec videas flammam retro, et ex utraque parteinter furnum et tabulam ascendere, et vitrum transiendo atque quasi lingendo cooperire,tamdiu donec modice candescat, et statiin ejiciens ligna obstrues os fornacis diligenter,ac superius forainen per quod fumus exibat usque dum per se refrigeret. Ad hocvalet calx et cinis super tabulam, ut servet vitrum, ne super nudum ferrum a caloreconfringatur. Ejecto autem vitro proba, si possis cum ungue tuo colorem eradere;si non, sufficit ei, si autem, iterum repone. Tali modo parlibus Omnibus coctis, reponesuper tabulam singulas in suo loco, deinde funde calamos ex puro plumbo hoc modo.
2 ) Ausführliche Beschreibung in Kap. XXIV. I)e ferreis infusoriis. XXV. Defundendis calamis. XXVI. De ligneo infusorio.
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