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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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purfarbe der Amethyste; zu dem die Bilder einfassenden Schwarz wurdeder Jaspis gebraucht. Zierliche Bilder sah man auf den Beryllen ent-worfen zu doppeltem Zwecke: einmal sollten sie den übermächtigenGlanz mildern, der durch die Fenster hereinstrahlte und andererseitsden Tempel zieren, wie sichs Gott und dem Gral zu Ehren gebührte.Die märchenhafte Pracht des Graltempels scheint Karl dem IV. vor Augengeschwebt zu haben, als er die prächtige heilige Kreuzkapelle auf derBurg Karlstein bei Prag erbauen und die Fenster aus vielfarbigen, invergoldetes Blei gefassten Steinen, aus Beryllen und Krystallen anfertigenliess. Diese kostbaren Fenster sollen sich noch bis zu Anfang unseresJahrhunderts auf dem Karlstein befunden haben. Boisseree hat dieselbennoch 1811 gesehen 1 ).

Die Technik, Steine auf Glas aufzubrennen, beschreibt noch amEnde des 15. Jahrhunderts der Mönch von Sagau, in seinem Auszugaus Theophil. Eine ähnliche Technik, dicke, durchsichtige Pasten aufzu-tragen und festzubrennen, ist neuerdings wieder erfunden worden.

Zum Einbrennen der Malerei auf dem Glase errichtete sich derGlasmaler einen Ofen von folgendem Aufbau. In einem Winkel desHauses steckte er Ruthen in die Erde und band von jedem Paare derengleich lange Enden zu einem Bogen von 1V2 Fuss Höhe und eben so vielBreite zusammen. An das Innere und Aeussere dieses etwas über zweiFuss langen Gerüstes schlug er bis zur Dicke einer Faust Klumpen vondrei Theilen Töpferthon und einem Theile Rossmist, beides tüchtigdurchwässert und mit trockenem Heu gemischt, liess aber oben einhandgrosses Rauchloch und vorne die Mündung offen und brachte auchin jede der Längsseiten dieses Ofens drei sicli gegenüberliegende Löcher,um daumendicke Eisenstangen quer durchstecken zu können. Daraufunterhielt er in diesem Ofen bis zu seiner völligen Trocknung Feuer 2 ).Hierauf richtete er sich eine eiserne Platte, zwei Finger kürzer, zweischmäler als das Innere des Ofens, mit einer Handhabe zurecht, siebte

*) Siehe Kunstgeschichtliche Charakterbilder aus Oesterreich-Ungarn von AlbertHg 1893, Seite 114.

2 ) Cap. XXII. De furno in quo vitrum coquitur. Accipe virgas fiexibilesinfigens eas terrae in angulo doraus, utroque capite aequaliter in similitudinem arcuum,qui arcus habeant altitudinem pedis et dimidii, latitudinem quoqtie similem, longi-tudinein vero modice amplius duortim pedum. Deinde macerabis argillam fortiter cumaqua et fimo equi, ita ut tres partes sint argilla, et quarta fimus. Qua optime mace-rata, miscebis ei foenum siccum, faciens inde pastillos longos et cooperies arcum vir-garum interius et exterius ad spissitudinem unius pugni, et in medio superius relinquesforamen rotundum per quod possis manum tuam imponere ; facies etiam tibi tres trabesferreos grossitudine unius digiti, et longitudine tanta ut possint transire latitudinemfurni, quibus facies ex utraque parte tria foramina, ut cum volueris possis imponereet ejicere. Tune pones in furnum ignem et ligna donec exsiccetur.

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