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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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ersehne mit begierigen Blicken diese Aufzeichnung der verschiedenenKünste (hanc diversarum artium schedulam), deshalb durchliessie mit treuem Gedächtniss und nimm sie mit warmem Eifer in dichauf. Wenn du sie fleissig durchforschest, so wirst du dort finden, wasfür verschiedene Arten von Farben und Farbenmischungen Griechen-land besitzt; was nur Toscana vom Kunstgewerbe der Elektren undan Verschiedenheit des Niello kennt; was Arabien mit Schmiede-,Guss- oder Schrotarbeit ausschmückt; was Italien an seinen mannig-fachen Gefässen oder an Gemmen und Beinskulpturen mit Gold ver-ziert; was Frankreich an mannigfaltiger Farbenpracht derFenster liebt (quicquid in fenestrarum pretiosa varietate diligitFrancia); was das in feiner Gold- und Silber-, Kupfer- und Eisen-,Holz- und Steinarbeit tüchtige Deutschland lobt.

Der demiithige Mönch, dessen grenzenlose Bescheidenheit aus allenTheilen seiner Schrift hervorleuchtet, nennt sein Vaterland, das durchvielseitige Künste ausgezeichnete Deutschland, erst an letzter Stelle.

Die Vorrede schliesst mit der Bitte an den Leser, im Gebete desVerfassers zu gedenken. An dieses von innigster Gläubigkeit durch-drungene Vorwort reiht sich die Beschreibung von der Zubereitung,Mischung der Farben, von ihrer Anwendung bei der Malerei auf Per-gament, auf Holz, auf die Wand oder auf Sättel und Sänften, vom Auf-trägen von Gold und Silber, von der Miniaturmalerei usw.

Die Vorrede des für uns wichtigen zweiten Buches beginnt miteiner eindringlichen Warnung vor dem Miissiggang und einer wohl-meinenden Ermahnung zum Fleiss. Im Anschluss an des Apostels PaulusAufforderung zur Arbeit fährt Theophilus fort:Mit dem Wunsche,

diese zu befolgen, nahte ich dem Vorraum der heiligen Weisheit (atriumagiae Sophiae) doch nicht etwa der Hagia Sophia ? und erblickteihren Tempel in jeder Beziehung mit der Mannigfaltigkeit verschiedenerFarben geschmückt, wobei die Vorzüge und Eigenthümlichkeit jedereinzelnen hervortraten. Und kaum hatte ich unbedacht den Inisshineingesetzt, als ich schon die Kammer meines Herzens genügend mitallem füllte, um dasselbe, nachdem ich alles mit erfahrener Sorgfaltuntersucht und mit Augen und Händen geprüft hatte, deinem Studiumin genügender Klarheit ohne Missgunst zu empfehlen. Da nun aberdie Ausführung dieser Malerei nicht gleich verständlich sein mag, habeich als wissbegieriger Forscher mir auf alle Weise Mühe gegeben, zuerfahren, durch welchen Kunstgriff die mannigfaltigen Farben ein Werkzieren mögen, ohne das Tageslicht und die Sonnenstrahlenzurückzudrängen. Durch dieses Studium habe ich die Eigen-thümlichkeit des Glases kennen gelernt und erachte nur durchseine Anwendung und durch seine Mannigfaltigkeit eine solche Wirkungfür möglich. Diese Kunstfertigkeit, wie ich sie durch Anschauung

Oiiltmann, Glasmalerei II.

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