schleppt. Diese Auslegung können wir nicht gelten lassen, wenn auchvielleicht zugegeben werden mag, dass Bertha einzelne Handdienstegeleistet haben mag, wie dies zur damaligen Zeit weltliche und geistlicheVornehme zur Anfeuerung des Volkes thaten. Wenn wir auch in denZeilen Ratpert’s keinen vollgültigen Beweis für das Vorhandensein echterGlasmalerei finden können, so dürfen wir doch noch weniger die Beweis-führung anerkennen, mit welcher Sepp zu Gunsten des Klosters Tegernseedie Beweiskraft derselben zu widerlegen sucht. Die von Sepp überZürich aufgestellten Erklärungen und Auslegungen bleiben eben nurunbewiesene Behauptungen und unberechtigte Schlüsse. Uebrigens sollenhiermit keineswegs die unbestreitbaren Verdienste Sepp's um die Glas-malerei und ihre Geschichte geschmälert werden.
M r s. M e r r i f i e 1 d') erwähnt einen Bericht des arabischen Geschichts-schreibers Ibn Hayyan, laut welchem Konstantin VI 1 . 949 an Abdur-rahman nach Cordova ein Schreiben richtete, dem ein wunderbar aufGlas gemaltes Bildniss König Konstantin’s beigefügt war. ln welcherTechnik das Portrait auf Glas gemalt gewesen, darüber fehlt allerdingsjegliche Angabe.
Die nächst älteste Nachricht über alte Glasgemälde gibt MönchRicherus 8 ) in der gegen 995 geschriebenen Chronik von St. Remyzu Reims, wonach Erzbischof Adalbero (968 — 989) die Lichtöffnungen derKirche mit ,.verschiedene Darstellungen enthaltenden Fenstern“ ausge-schmückt hat; es ist jedoch nicht unmöglich, dass Adalbero, Sohn Gottfried’s,Grafen der Ardennen, von Geburt ein Deutscher und vor seiner Stellungin .Reims Kanonikus zu Metz, die Arbeiten durch Deutsche, durch diein den Künsten als wohl erfahren und geübt bekannten Lothringer, hatausführen lassen. Allerdings wird auch unter Abt Theodoricus (1055bis 1086) ein Rogerus von Reims' 1 ), welcher die Fenster zu St. Hubertin den Ardennen in den Jahren 1060 bis 1070 anfertigte, als gewandterGlasmaler oder Glaskünstler genannt, jedoch 60 bis 70 Jahre nachAdalbero, also vielleicht aus seiner „Schule“ hervorgegangen. DerGeschichtschreiber von St. Hubert spricht mit Bewunderung von denGlasmalereien, welche Adeladis, comitessa Areleonis der Kirche von
') A. a. (). LXXXII.
-’) Richerus, ttisloriarum lib. III, c. 23, in Munum. (ferman. Ilistor. HI,613, 23. „Quam fenestris diversas continenlihus hislorias dilucidatam, campanis mugi-entibus acsi lonantem dedit u
3 ) Ifistor. Andag. monast. cap. 27. Yande Velde, I.es vitraux in-colores. Anvers 1865. S. 10. Dans le „l'antatorium“ de St. Hubert, 011 rapporle(jit’un homme habile dans son art est venu de Reims de l'an 1060—1070, pour labri-i|uer des verrieres destimSes ä une eglise des Ardennes. — „Illuminavit quoque ora-toria, quae exlruxerat, ptilcherrin.is fenestris, quodam Rogero conducto ab urbeRemensi, valenti admodum viro et primiptissimo, hujus artis et peritissimo “