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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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drücken und von einer persönlichen Widerlegung absehen, dagegen diekühne Auslegung der beiden französischen Archäologen durch ihreneigenen Landsmann berichtigen lassen.

Labarte ') bemerkt zu der Behauptung Boues Folgendes:DieseAuslegung scheint uns falsch zu sein. Das Wort figura kann imFranzösischen niemals mit dem Wort figure übersetzt werden in demSinne, welchen wir ihm beilegen, wenn wir von Personen sprechen,welche in den Werken der Malerei oder der Skulptur dargestellt sind.Wenn der Dichter von bildlichen Darstellungen hätte sprechen wollen,würde er sich der Worte effigies oder imago bedient haben, oderwenn es sich um Köpfe gehandelt hätte, v ultu s. ln der Beschreibungdes Sidonius kann man nicht mehr sehen, als Gläser von verschiedenenFarben, in verschiedene Formen geschnitten.

Adr brauchen wohl diesen deutlichen Worten Labartes nichtshinzuzufügen und können zu den besser beglaubigten Nachrichten über-gehen.

Bisheran wurde so ziemlich von den meisten Schriftstellern derallbekannte Brief des Abtes Gozbert als das älteste Zeugniss über dasVorkommen von Glasmalereien angenommen, obschon bereits Rahn,Liibke") und andere auf ältere Schriftstücke hingewiesen haben.

Eine noch frühere, sehr interessante Mittheilung über Fenster-gemälde veröffentlicht Nordhoff in einem Aufsatz imRepertoriumfür Kunstwissenschaft 3 4 ). Nach einer ihm von Dr. Diekamp gemachtenMittheilung enthält die in der Königl. Bibliothek zu Berlin befindliche,angeblich kurz nach 864 abgefasste Handschrif * t 1 ) der Vita II sancti

*) Labarte a. a. O. Band III, S. 332:Linterpretation noussemble fautive.Le mot figura na jamais pu etre traduit en frangais par le mot figure dans lesens que nous y altachons en parlant des personnages representes dans les ouvrages depeinture ou de sculpture. S'il avait voulu parier de representations graphiques, lepoete se serait servi des mots effigies ou imago, ou de vultus, s'il ny avaiteu que des t-etes. On ne peut voir dans la description de Sidoine que des verres dediverses couleurs decoupes sous differenles formes.

'-) Dr. Wilh. Liibke, Ueber die alten Glasgemälde in der Schweiz.Zürich 1866, S. 10.

3 ) III, 461.

4 ) Janitschek spricht in seiner Geschichte der Malerei (S. 95) von eineram Beginn des 12. Jahrh. im Kloster Werden in Westfalen entstandenen, in Berlinbefindlichen Bilderhandschrift des Lebens des h. Liudger. Nach einer Mittheilungder Königl. Bibliothekverwaltung zu Berlin sind zwei Handschritten vorhanden, und zwar

Oidtmann, Glasmalerei II.

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