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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
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Kirche, welche sie zu Ehren des h. Johannes Evang. zu Ravennabaute, mit Glas.

Procopius von Caesarea 1 ) (f 565) und Paulus Si 1 entiarius 2 * )(t 558) S])rechen in der lleschreibung der Hagia Sophia zu Konstantinopel,dieses weltberühmten Votivbaues des Kaisers Justinian, an dessen Wänden,Fussboden und Gewölben die farbigen Mosaiken funkelten, von demmagischen Lichtglanz, welchen die zahlreichen Fenster in dieser Kircheverbreiteten :i ).

Magne 4 ), Labarte 5 ) und andere glauben das Glas dieser Fensterfür weiss, für farblos halten zu müssen, ohne für ihre Behauptung einegenügende Begründung beizubringen. Weshalb sollen die Fenster diesesWunderwerkes byzantinischer Baukunst nicht farbig verglast gewesensein? Audi durch die farbigen Gläser wäre bei der grossen Zahl derOefFnungen Licht in genügender Fülle eingedrungen, während anderer-seits farblose Verglasung den Gesammteindruck der grossen Farben-flächen dieses Denkmals erloschener Pracht und Herrlichkeit unliebsamstörend unterbrochen haben würde. Man braucht nur eine Innenansichtder Moschee zu betrachten, um heute noch den Mangel farbiger Kunst-verglasung empfindlich zu fühlen; in unangenehmer Weise fallen dienackten Fensterlöcher aus dem architektonischen Bild heraus, einschreiender Misston in der Gesammt-Farbenharmonie, während dagegenz. B. das Innenbild der Sachra-Moschee zu Jerusalem mit ihrem derübrigen Wand- und Kuppeldekoration angepassten Fensterschmuck einenvollkommen harmonischen Anblick gewährt. Schon ein Vergleich derAbbildungen °) beider Innenräume nöthigt uns die Ueberzeugung auf,dass der Baumeister Justinians die Fenster unmöglich ohne farbigenSchmuck lassen konnte. Selbst in dem Briefe Fortunats an den Bischofvon Ravenna, in welchem jenerdeutlich von der Wirkung des Licht-reflexes auf den goldgrundigen Mosaiken schreibt, liegt nicht der

*) lrocopius de aedificiisJustiniani. lib. I, Bonnae; p. 175. Non extrinsecuscollustrari a sole locum, sed inibi nasci fulgorem diceres: tanla est affusa templo luciscopia.

-) Paulus Si 1 en l i ari us descriptio Sanctae Sophiae v. 410; Bonnae p. 21.

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:} ) Constantinopolis christiana, ex variis script. contexta, auctoreCarolo du Fresne, domino du Cange. Paris 1680, I vol. lib. III, § I & III.

4 ) Magne a. a. Orte, S. II.

n ) Lab arte, Jules, Hisloire des arts industriels au moyen-age etc. III,Band, S. 331.

fi ) Vergl. Frantz, Cleschiclue der christlichen Malerei und Seemann, Kunst-historische Bilderbogen. Erster Cyclus No. 40.

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