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2. Theil, Die Geschichte der Glasmalerei Bd. 1 (1898) Die Frühzeit bis zum Jahre 1400
Entstehung
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Die nächsten Nachrichten finden wir in den Schriften der heil.Kirchenväter Johannes Chrvsostomus ') (1407) und Hieronymus * 2 3 )(t 420).

An einer Stelle in den Gesängen, welche Aurelius Clemens Pru-dentius :l ) (348 bis 413) zum Lobe der Märtyrer verfasste, erwähnt

dieser christliche Dichter farbige Fenster in der Basilika des h. Paulusausserhalb der Mauern Roms und vergleicht ihren wunderbaren Ein-druck mit der Pracht blumenreicher Eriihlingswiesen. Die Kirche, vonKonstantin erbaut, wurde durch Theodosius vergrössert und durch Ho-norius aufs neue verschönert. Emeric David 4 ) glaubt den Ursprungdieser Fenster in die Regierungszeit des Theodosius (379395) setzenzu können und zwar mit folgender Begründung. Mit demPrincepsbonus habe Prudentius wohl kaum den damals lebenden Honoriusgemeint; diesen würde er in seinem Gedichte auf alle Fälle mit mehrNachdruck gelobt haben. Konstantin glaubt er ausschliessen zu können,weil Theodosius die alte Kirche fast ganz neu aufgebaut habe, anderer-seits aber auch die übrigen Schriftsteller, Eusebius, Anastasius u. a.,diese Wohlthaten Konstantin s gegen die Kirchen sicherlich erwähnthaben würden.

Die Tochter des Kaisers Theodosius, Galla Placidia 5 ) (f 450)schmückte nach ihrer Rückkehr aus Konstantinopel 425 die Ostfenster der

*) S. Joh. Chr y so st. Opera Tom VII, p. 35.

~) S. Hieronym., Commentar. cap. XLI. Ezech. v. 16. Fenestrae quoqueerant factae in modutn retis, instar cancellorum, ut non speculari lapide nec vitro,sed lignis interrasilibus et vermiculatis clauderentur. Und an anderer Stelle: Fenestraequae vitro in tenues laminas fuso obdnetae erant.

3 ) Prudentius, Opera; carmina über peristephanon, hymn. XU.

Regia pompa loci est: Princeps bonus has sacravit arces,

Lusitque magnis ambitum talentis.

Bracteolas trabibus sublevit, ut omnis aurulentaLux esset intus; ceu jubar sub ortu.

Tum camuros h y a 1 o insigni varie cucurrit arcus.

Sic prata vernis floribus renident.

Die Pracht dieses Tempels ist wahrhaft königlich: Der fromme Kaiser, welcher ihngestiftet, liess den Chorumgang mit grossen Kosten ausmalen. Das Balkenwerkbelegte er mit Goldplättchen, damit der ganze Innenraum goldglänzend sei, wie der

strahlende Glanz der aufgehenden Sonne.In den rundbogigen Fenstern

leuchtete vielfarbiges Glas, wie blumengeschmückte Frtihlingswiesen.

*) Emeric D a v i d, M. T. B., Discours historiques sur la peinture moderne.Premiers discours, renfermant, l'histoire abregee de cet art, depuis Constantin jusquaucommencement du 13 siede. Paris 1812. Si 78 Anmerk.

) Spicilegium Ravennatis historiae, apud Muratori. Rer. Ital. script. 1. 1 , pars 2,

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