Von Rom aus wurde das (das durch die römischen Soldaten undKolonisten nach Gallien, Hispanien, Britannien und Germaniengebracht. Krst später mit den römischen Kaisern, vermuthlich unterKonstantin dem Grossen, scheinen Glasarbeiter nach Byzanz gekommenzu sein, wo sich dann die Glasmacherkunst in einer Weise entwickelte,dass von dort aus im frühen Mittelalter gewandte Glaskünstler in alleRänder wandern konnten. Die ersten Glashütten in Deutschland ver-danken ihr Entstehen aller Wahrscheinlichkeit nach römischem Einfluss,wenn auch vorher an den Küsten Glaswaaren durch phönizische Händlereingeführt worden sind. Mit ziemlicher Gewissheit dürfen wir die Er-richtung der ersten Glasöfen in das Rheinthal verlegen, wo römischeKultur zuerst heimisch geworden war. Nach einem Vortrage desl)r. Kisa erfolgte die Einführung der Glasfabrikation in der Mitte desersten Jahrhunderts nach Christus, als man in der Gegend des heutigenFontainebleau, bei Nemours, Chantilly, bei Namur und bei Herzogen-rath in der Gegend von Aachen geeignete Sandlager entdeckt hatte.Die meisten Werkstätten wurden in der Normandie und Pikardie, anden Ufern der Seine, bei Marseille und Kvon angelegt; im Rheinlandentstanden solche in Köln, 'frier, Bingen, Worms und Strassburg. VonGlasmachern sind u. a. die Namen eines Frontinus, der um die Mittedes 2 . Jahrhunderts in Gallia Belgien thätig war, eines Nero, Elqualussio,die in Köln arbeiteten, durch gestempelte Gläser überliefert, ln Kölnfand man gegenüber dem erzbischöflichen Palaste die Ueberreste einerGlasfabrik. 1 )ass Fmgland sich deutsche Glasarbeiter verschrieb, werdenwir später hören. Bereits im neunten Jahrhundert hiess ein Ort imSpeiergau „zum alten Glasofen “)“.
Uebrigens berechtigt das Auftreten von Glasern an mehrernOrten Deutschlands zu dem Schluss, dass an den verschiedenen PlätzenGlashütten bestanden oder von den genannten Glasarbeitern errichtetwurden. Die erste urkundlich genannte Glashütte Deutschlandsbestand in Tegernsee. Mehr oder weniger ausführliche, jedoch nicht
Engländer Will. Hamilton erworben und kam bald darauf in das Museum der Herzoginvon Portland in London, bei dessen Versteigerung sie an das britische Museumgelangte. Sie ist 0,24 M. hoch; man hielt sie ursprünglich für einen Sardonyx, sokunstvoll sind die beiden verschiedenfarbigen Glasmassen aufeinander geschmelzt. Siebesteht aus tiefblauem Glase und ist mit kunstvollen Reliefs aus milchweissem Glasflussverziert. Das Relief stellt die Sage von Peleus und Thetis dar. Gleichartige Arbeitenbewahrt das Museum zu Neapel, darunter eine Amphora aus Pompeji mit der Dar-stellung einer Weinlese; hier sind die Figuren in zweifarbigem Glase nach Art deslvameenschniltes weiss auf blauem Grunde ausgravirt. — Diese alten Kunstwerke ver-dienen weniger ihrer sonstigen lieriihmtheit wegen an dieser Stelle besondere Er-wähnung, als vielmehr deshalb, weil sie in ihrer Herstellung an das Ueberfangglas derGlasmalerei erinnern. Die Portland-Vase fand ihre nähere lleschreibung durchWedgewood, London 1790.
') Ad alten glazofone : Traditiones Wizenburgenses p. 261. Nach Wackernagel 122.