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Der Mysticismus.
Augenblick länger will ich auf das Mittagsmahl warten. Geh,schasf's herbei" u. s. w.) die Nachtszene aus „Macbeth", woLady Macbeth ihren Gatten drängt, den Mord zu begehen,das dreimalige „o! o! o!" Othellos, das hier Königin Annaausstößt, die Gespräche Hamlets mit Horatio u. s. w. DenTod der Prinzessin Maleine hat die Erinnerung zugleich anDesdemona und an die gehenkte Prinzessin Cordelia eingegeben.All das ist freilich aufs Tollste durcheinander gemengtund oft bis zur Unkenntlichkeit verzerrt oder ins Gegentheilverkehrt, mit einiger Aufmerksamkeit findet man sich aberdoch zurecht.
Man denke sich ein Kind in dem Alter, in welchem eseben im Stande ist, dem Gespräche Erwachsener zu folgen,vor dem man „Hamlet", „Lear", „Macbeth", „Romeo undJulie" und „Richard II." gespielt oder vorgelesen hätte unddas dann in die Kinderstube zurückkehren und seinen kleinenGeschwistern in seiner Weise erzählen würde, was es gehörthat. Man wird dann einen richtigen Begriff von der Be-schaffenheit der „IlrinessM Nslaina" haben. Maeterlinckhat sich mit Shakespeare den Magen überfüllt und gibt dieStücke unverdaut, doch ekelhaft verändert find mit einem An-fänge von fauliger Zersetzung wieder von sich. Das Bild istunappetitlich, aber es ist allein geeignet, den geistigen Vorgangzu veranschaulichen, der sich beim sogenannten „Schaffen" derEntarteten abspielt. Sie lesen gierig, empfangen in Folgeihrer Emotivität einen sehr starken Eindruck, dieser verfolgtsie mit der Gewalt einer Zwangsvorstellung und sie werdennicht ruhig, ehe sie das Gelesene, allerdings traurig parodirt,wieder herausbefördert haben. So gleichen ihre Werke denBarbaren-Münzen, welche römische und griechische Vorbildernachahmen, jedoch verrathen, daß ihre Verfertiger die von ihnennachgekritzelten Buchstaben und Sinnbilder nicht lesen konntenund nicht verstanden.