Der Mysticismus.
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Wenn man dieses Stück zu lesen anfängt, stutzt man undfragt sich: „Warum kommt mir das Alles so bekannt vor?Woran erinnert das mich doch?" Nach einigen Seiten hatman plötzlich Klarheit: das ganze ist eine Art Centon ausShakespeare! Jede Gestalt, jeder Auftritt, jede einigermaßenwesentliche Redensart! König Hjalmar ist aus König Learund Macbeth zusammengesetzt, Lear durch seinen Wahnsinnund die Art, wie er sich äußert, Macbeth durch seine Teil-nahme am Morde der Prinzessin Maleine; Königin Annaist aus Lady Macbeth und Königin Gertrude geflickt; PrinzHjalmar ist unverkennbar Hamlet, mit seinen dunkeln Redenund tiefen Anspielungen und seinem innern Kampfe zwischenSohnespflicht und Sittlichkeit; die Amme ist aus Romeo undJulie, Angus ist Horatio, Vanox und Stephano sind Rosen-kranz und Güldenstern, mit Beimischungen von Marcellusund Bernardo (Hamlet), und alle Nebenfiguren: der Narr, derArzt, die Höflinge u. s. w., tragen die Physiognomie Shake-spearescher Figuren.
Das Stück fängt folgendermaßen an: „Die Gärten desSchlosses. Stephano und Vanox treten auf. Vanox. Wieviel Uhr ist es? Stephano. Nach dem Monde muß esMitternacht sein. Vanox. Ich glaube, es wird regnen."Man vergleiche damit den ersten Auftritt von Hamlet: „Einfreier Platz vor dem Schlosse. Francisco, Bernardo. . . Fran-cisco. Ihr haltet ja sehr pünktlich eure Stunde? Bernardo.Just schlug es zwölf. . . Francisco. . . es ist bitter kaltund mir nicht wohl zu Muthe." u. s. w. So könnte man, wennes der Mühe Werth Mre, Auftritt nach Auftritt, Wort umWort auf ein Vorbild in Shakespeare zurückführen. Manfindet in der „krinossss Naloiiis" der Reihe nach die Schil-derung der furchtbaren Sturmnacht aus „Julius Cäsar" (1.Aufzug, 3. Auftritt), den Auftritt von „König Lear" im Schlossevon Albany (I. Aufzug, 4. Auftritt.. . „Lear. Nicht einen