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Der Mysticismus.
Sonne und der Sterne und des Menschen, ich, die allgemeineSeele. . In seinen vaterländischen Gedichten ist er einSchweifwedler vor der verderbten amerikanischen stimmen-kaufenden, beamtenbestechenden, machtmißbrauchenden Geld-Demokratie und ein Kriecher vor der dünkelhaftesten Aankee-Ueberhebung. In seinen Kriegsgedichten, den vielgerühmten„Drum taps" (Trommelschläge), ist besonders der schwadro-nirende Schwulst und der holzklappernde Stelzentritt bemerkens-werth. Seine rein lyrischen Stücke mit ihren verzückten „o!"und „ach!", mit ihren blanden Redensarten von Blumen,Wiesen, Frühling und Sonnenschein, erinnern an unfern alten,glücklicherweise eingesargten und verschollenen Geßner, wo eram ödesten, am süßlichsten und weichlichsten ist. Als Menschhat Whitman eine überraschende Ähnlichkeit mit Verlaine,mit dem er alle Stigmate der Entartung, die Lebensschicksaleund seltsamer Weise sogar die rheumatische Lähmung theilte.Als Dichter hat er die geschlossene Form der Strophe als zumühselig aufgegeben, Maß und Reim als zu drückend von sichabgestreift und seiner emotiven Gedankenflucht in hysterischenAusrufungen Luft gemacht, auf welche die Bezeichnung „tollgewordene Prosa" sehr viel besser paßt als auf Klopstocksbrave, schulgerechte Hexameter. Ihm selbst unbewußt scheintihm der Parallelismus der Psalmech und die eruptive Rede-weise Jeremiä für seine Form zum Muster gedient zu haben.Wir hatten im vorigen Jahrhundert die „Paramythien" Herdersund die unleidliche „Poetische Prosa" des schon erwähntenGeßner. Unser gesunder Geschmack hat uns bald das Un-künstlerische, das Rückschrittliche dieser Formlosigkeit erkennenlassen und seit einem Jahrhundert hat jene Geschmacksverirrungbei uns keine Nachahmer mehr gefunden. Bei Whitman aberpreisen seine hysterischen Bewunderer dieses Wiederaufwärmeneiner vergangenen literarischen Mode als „Zukunft" und siebewundern als eine Erfindung des Genies, was blos eine