Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
340
Einzelbild herunterladen
 

340

Der Mysticismns.

Es ist ja hier wiederholt hervorgehoben worden, daß Gestörteihre Wahnvorstellungen immer den herrschenden Anschauungenanpassen und sich zu ihrer Erklärung mit Vorliebe der neue-sten Entdeckungen der Wissenschaft bemächtigen. Die Physiker be-schäftigten sich noch lange nicht mit Magnetismus und Elektrizität,als die Verfolgungs-Wahnsinuigen ihre unangenehmen Empfin-dungen und Sinnestäuschungen bereits ganz geläufig auf elek-trische Ströme oder Funken zurückführten, welche ihre Verfol-ger durch Wände, Decken und Fußböden auf sie werfen sollten,und so waren auch i jetzt wieder die Entarteten die ersten,welche die Ergebnisse der hypnologischen Forschungen für sichmit Beschlag belegten und alswissenschaftliche" Beweise fürdie Wirklichkeit von Geistern, Engeln und Teufeln verwendeten.Aber den Wunderglauben hatten die Entarteten schon früher,er ist eine ihrer Eigenthümlichkeiten^) und nicht erst durch dieBeobachtungen der Pariser und Nancyer Hypnologen hervorge-rufen.

Wenn dies noch eines Beweises bedürfte, so wäre er darinzu finden, daß die meistenOccultisten", wie sie sich nennen,in ihren Abhandlungen über Geheim-Künste und Zauber-Wis-senschaften es verschmähen, sich auf die Ergebnisse der hypno-logischen Versuche zu berufen, und ohne jeden Vorwand vonModernität, ohne jedes Zugeständniß an die ehrbare Naturfor-schung, unmittelbar aus die ältesten Ueberlieferungen zurückgrei-fen. Papus (Deckname eines Arztes, Or. Encausse) schreibteinenTratte instlloäigns äs Koisnos oooräts" (Methodi-sches Lehrbuch der Geheimwissenschaft"), einen UngeheuernGroßoktavband von 10L0 Seiten, mit 400 Abbildungen,welcher den Leser in die Kabbala, Magie, Nekro- und Chiro-mantie, Astrologie, Alchemie u. s. w. einführt und zu welchemein alter, nicht unverdienstlicher Gelehrter, Adolf Franck vom

Legrain, a. a. O. S. 175:Das Bedürfniß nach dem Wunder»baren ist bei den Geistesschwachen fast unvermeidlich (tat»!)."