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Der Mysticismus.
deauflegung, Weissagung, geistiger Verkehr auf weiteste Ent-fernung ohne Vermittelung durch das Wort erfuhren eine neueDeutung und mußten als möglich anerkannt werden; was war nunnatürlicher, als daß Geister von nicht genug festem Gleichge-wicht und unzureichender wissenschaftlicher Vorbildung dem Wun-derbaren, gegen das sie sich vertheidigt hatten, so lange siees für Ammenmärchen halten mußten, zugänglich wurden, alses in der Tracht der Wissenschaft auftrat und sie sich inder besten Gesellschaft befanden, wenn sie daran glaubten?
So einleuchtend diese Meinung scheint, so falsch ist sie.Sie spannt die Ochsen hinter den Pflug. Sie verwechseltdie Ursache mit der Wirkung. Kein geistig ganz gesunderMensch ist durch die Erfahrungsthatsachen der neuen hypno-tischen Wissenschaft zum Wunderglauben geführt worden. Manwar früher an dunkeln Erscheinungen achtlos oder die Augenabsichtlich verschließend vorübergegangen, weil sie sich in herr-schende Systeme nicht einstigen ließen und man sie deshalbfür Hirngespinnst oder Betrug hielt. Seit zwölf Jahrennimmt die amtliche Gelehrsamkeit von ihnen Kenntnis undman beschäftigt sich mit ihnen auf Hochschulen und in Aka-demien. Aber man denkt keinen Augenblick lang daran, siefür übernatürlich zu halten und hinter ihnen das Wirkenaußerirdischer Kräfte zu vermuthcu, sondern fügt sie in dieReihe aller anderen Natur-Erscheinungen ein, die der sinn-lichen Beobachtung zugänglich sind und von den allgemeinenNaturgesetzen bestimmt werden. Unsere Erkenntniß hat ein-fach ihren Rahmen erweitert und eine Gattung von That-sachen ausgenommen!, die früher außerhalb derselben gestandenhatten. Manche Wirkungen der Hypnose sind mehr oder minder-befriedigend erklärt, andere noch gar nicht. Doch darauf legtein ernster und gesunder Geist kein großes Gewicht, denn erweiß, daß es mit der sogenannten Erklärung der Erschei-nungen überhaupt nicht weit her ist und daß wir uns meistens