Der Mysticisnilis.
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und Kerner gewinnt es eine gewisse Bedeutung und gesundeLeser sehen dies nicht als einen Vorzug der Dramen des un-glücklichen Schöpfers der „Hermannsschlacht" und der „Sehe-rin von Prevorst" des schwäbischen Dichters an. Andererseitsist freilich zu beobachten, daß gerade das Gespenster-Elemcntdiesen beiden Schriftstellern in jüngster Zeit bei den deutschenEntarteten und Hysterikern eine neue Jugend und Beliebtheitverschafft hat. Maximilian Perty, der offenbar zu früh kam,fand bei dem noch nicht genügend quatschköpfigen Geschlechte,das dem unsrigen voraufging, mit seinen dickleibigen Büchernüber Geister-Erscheinungen nur seltene und auch dann eherheitere Beachtung und unter den Zeitgenossen hat höchstensFreiherr Karl du Prcl die Beschäftigung mit der Gespenster-welt in theoretischen Schriften und Romanen zu seiner Beson-derheit erkoren. Alles in Allem spukt es in unseren dramati-schen und erzählenden Werken noch wenig, kaum genug, umeinem Backfisch eine Gänsehaut zu geben, und auch bei denin Deutschland bekannten hervorragenden Schriftstellern desAuslandes, z. B. bei Turgenjeff, sind es nicht die Geisterer-scheinungen, die den deutschen Leser anziehen.
Die wenigen Gespensterseher, die wir vorerst noch inDeutschland haben, versuchen es natürlich ebenfalls, ihrer Gei-stesstörung einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, und sie-berufen sich auf einzelne Professoren mathematisch-naturwissen-schaftlicher Fächer, die ganz mit ihnen übereinstimmen oderdoch theilweise zu ihnen Hinneigen sollen. Ihr ganzes Umund Auf ist aber der eine Zöllner, der blos ein trauriger Be-weis dafür ist, daß Professur nicht vor Wahnsinn schützt, undallenfalls können sie noch auf gelegentliche Aeußerungen Helm-holtz' und anderer Mathematiker über uDimensionen Hinweisen,die sie entweder absichtlich oder aus mystischer Geistesschwächemißverstanden haben. Der Mathematiker mag in einem analy-tischen Problem an die Stelle von einer, zwei oder drei Di-