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1 (1892)
Entstehung
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323
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Der Mysticismus.

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Ich glaube, es darf kaum bezweifelt werden, daß jedergroße Krieg eine Ursache von Massen-Hysterie ist und weit-aus die meisten Soldaten aus dem Feldzuge, wenn auch ihnenselbstjgänzlich unbewußt, ein etwas gestörtes Nervenleben heim-bringen. Gewiß gilt dies für den Sieger weit weniger alsfür den Besiegten, denn der Triumph ist eins der höchstenLustgefühle, die ein Menschenhirn empfinden kann, und diekrafterzeugende (dynamogene") Wirkung dieses Lustgefühls istwohl geeignet, den zerstörenden Einflüssen der Kriegs-Eindrückeentgegenzuarbeiten. Ganz wird sie diese aber doch schwerlichaufheben können und der Sieger läßt wohl auch ein gutTheil Nervenkraft und sittlicher Gesundheit auf dem Schlacht-felds und ini Biwack.

Das Wort von der Massen-Verrohung nach jedem Kriegeist zum Gemeinplätze geworden. Es geht aus der Wahr-nehmung hervor, daß nach dem Feldzuge der Ton im Volkeheftiger und gröber wird und die Statistik mehr Gewaltthätig-keiten verzeichnet. Die Thatsache ist richtig, ihre Deutung ober-flächlich. Wenn der heimgekehrte Krieger leichter aufbraust undselbst zum Messer greift, so ist dies nicht, weil ihn der Kriegroher, sondern weil er ihn reizbarer gemacht hat. Diese er-höhte Reizbarkeit aber ist nur eine Erscheinungsform der Ner-Ven-Schwäche.

Unter der Wirkung der beiden großen Kriege, im Zu-sammenhänge mit der Entwickelung des Großgewerbes unddem Anwachsen der Großstädte, hat also im deutschen Volkeseit 1870 die Hysterie außerordentlich zugenommen und wirsind recht nahe daran, den wenig beneidenswerthen Borsprung,den Engländer und Franzosen in dieser Richtung vor unshatten, einzuholen. Nun erhält aber jede Hysterie, wie jederWahnsinn, wie jede Krankheit überhaupt, von der Eigenart desKranken ihre besondere Gestalt. Der Bildungsgrad, der Charakter,die Neigungen und Gewohnheiten des Gestörten geben der Stö-

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