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Der Mysticismus.
deutigere Charakter des rein musikalischen Ausdruckes nicht mehrgenügen konnte und er unbedingt das Wort zu Hilfe rufenmußte. In der tiefsinnigen biblischen Sage wird selbst BileamsEsel des Wortes mächtig, wenn er etwas Bestimmtes zu sagenhat. Die Emotion, die sich ihres Inhaltes und Zieles ganzklar bewußt wird, hört auf, bloße Emotion zu sein, und ver-wandelt sich in Vorstellung, Gedanken und Urtheil, diese aberäußern sich nicht in Musik, sondern in gegliederter Sprache.Wenn nun Wagner grundsätzlich die das Wort begleitendeMusik über die reine Instrumentalmusik stellte, und zwar nichtetwa als Mittel des Gedankenausdrucks, denn darüber kannes keine Meinungs-Verschiedenheit geben, sondern als eigent-lich musikalische Form, so beweist das nur, daß er im tiefstenGrunde seiner Natur, nach seiner organischen Anlage, nichtMusiker gewesen ist, sondern ein wirres Gemisch von ausdrucks-schwachem Dichter und pinselfaulem Maler mit dareinschwirrenderjavanesischer Gamelang-Begleituug. Das ist der Fall der meistenhöheren Entarteten, nur daß die einzelnen Bruchstücke ihrerseltsam in einander gewachsenen Zwitter-Begabung nicht sostark und groß sind wie bei ihm.
Die Tonstücke, die Wagner am Besten gelungen sind, dieVenusbergmusik, das 136mal wiederholte Wigala-Weia-Ls-Z-b»der Rheintöchter, der Walkürenritt, der Feuerzauber, das Wald-weben, das Siegfried-Idyll, der Charfreitag-Zauber, Pracht-stücke, die mit Recht hochgefeiert werden, zeigen gerade daseigentlich Unmusikalische des Wagnerschen Musikgenies. Allediese Stücke haben das eine miteinander gemein, daß sie schil-dern. Sie sind nicht eine aus der Seele in Tönen herausge-schrieene innere Emotion, sondern die seelische Anschauung einesgenialen Malerauges, die Wagner mit Gigantenkraft, doch gi-gantischer Verirrung, in Töne statt in Linien und Farbenzu fassen ringt. Er knüpft an Naturlaute oder -Geräusche an,entweder unmittelbar nachahmend oder durch Jdeenassoziation