Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
311
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Der Mysticisnius.

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und es nimmt sie blos als allgemeine Aufregung, als eineArt unterirdischen Bebens und Grollens von unbekannterVeranlassung und Richtung wahr. Sind die Emotionenverständlich, so werden sie sich in einer möglichst eindrucks-vollen und faßlichen Form äußern wollen. Sind sie dagegenein allgemeiner Dauerzustand ohne bestimmte Veranlassungund kenntlichen Zweck, so wird ihre Versinnlichung durchTöne ebenso verschwommen und nebelig wogend sein wiesie selbst. Man kann sagen: die Melodie ist eine Anstrengungder Musik, etwas Bestimmtes zu sagen. Es leuchtet ein, daßeine ihrer Gründe und Ziele sich nicht bewußte, nicht von derAufmerksamkeit aufgehellte Emotion ihren musikalischen Ausdrucknicht bis zur Melodie steigern wird, weil sie eben nichts Be-stimmtes zu sagen hat.

Die geschlossene Melodie ist eine späte Errungenschaft derMusik, die sie erst nach einer langen Entwickelung erreicht hat. Inihren geschichtlichen und nun gar in ihren vorgeschichtlichenAnfängen kennt die Tonkunst sie nicht. Ursprünglich geht dieMusik aus Gesang nnd dem rhythmischen (d. h. in gleichenoder regelmäßigen Zeitabständen wiederholten) Geräusch beglei-tenden Stampfens, Pochens oder Händeklatschens hervor nndGesang ist nichts anderes als die durch Gemüthserregung lauter-werdende und in weiter auseinander liegenden Intervallen sichbewegende Rede. Aus dem fast unübersehbaren Schriftthumüber diesen bis zur Abgedroschenheit bearbeiteten Gegenstandmöchte ich nur eine Belegstelle anführen. Herbert Spencersagt in seinem wohlbekannten Aufsatz über denUrsprung nnddie Aufgabe der Musik'"):Alle Musik ist ursprünglich stimm-lich (vooal). . . Die Tanzgesäuge der Wilden sind sehr ein-tönig und in Folge dieser Eintönigkeit sind sie gewöhnlicher

Lerdsrl Spenesr, Ids Origiu anä k-unetioll ok llnsia. tllbsLumbolät läbrar^ ok kopular Leieuos lätsraturs. Usrv-^orü, -1.lürrZsralü auä Oo. Vol. I. x. 518, 550.