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1 (1892)
Entstehung
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309
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Der Mysticismus.

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nicht. Er erfindet sich ein eigenes Volapük und verlangt, daßseine Zuhörer es erlernen. Ohne Büffeln kein Zutritt! Wer sichvom Wortschatz des Wagnerschen Volapüks nichts angeeiguet hat,für den bleiben seine Opern unverständlich. Unnöthig, sich nachBayreuth zu bemühen, wenn man nicht geläufig Leitmotivischplaudern kann. Und wie kläglich ist doch das Ergebniß dieserdelirirenden Anstrengung. H. v. Wolzogeu, der denThema-tischen Leitfaden" zur Nibelungen-Tetralogie geschrieben hat,findet im Ganzen doch blos neunzig Leitmotive in diesen vierUngeheuern Werken. Eine Sprache mit neunzig Worten, wenndiese auch so geschwollen sein mögen wieMotiv des mattenSiegmund",Rachewahnmotiv",Motiv der Knechtung" u. s. w.!Mit diesem Wortschatz könnte man nicht einmal mit einemFeuerländer Gedanken über das Wetter austauschen. EineSeite von Sanders enthält mehr Ausdrucksmittel als das ganzeWolzogen'sche Wörterbuch der Wagner'schen Leitmotiv-Sprache.Die Geschichte der Kunst kennt keine erstaunlichere Verirrungals diesen Leitmotiv-Wahnwitz. Das Ausdrücken von Be-griffen ist nicht Aufgabe der Musik; das besorgt die Spracheso vollständig, wie man es nur irgend wünschen kann. Wenndas Wort mit Gesang oder orchestral begleitet wird, so geschiehtdies nicht zum Zwecke seiner Verdeutlichung, sondern seinerVerstärkung durch das Hinzutreten der Emotion. Die Musikist eine Art Resonanzboden, in welchem das Wort etwas wieeinen Widerhall aus der Unendlichkeit erwecken soll. Einsolches Echo der Ahnung und des Geheimnisses klingt abernicht aus kaltblütig zusammengekleisterten Leitmotiven heraus,die nach einem mechanischen Schema wie durch die Arbeiteines gewissenhaften Kanzlei-Registrators wiederkehren.

Mit derunendlichen Melodie," dem zweiten Lehrbegrisfe,den Wagner erfunden, verhält es sich ähnlich wie mit demLeitmotiv. Sie ist eine Ausgeburt des Entartungs-Denkens.Sie ist musikalische Mystik. Sie ist die Form, in welcher die