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Der Mysticismus.
sikalische Harmonie machen, mit der nicht eine Gedanken-Er-weckung, sondern eine Klangwirkung beabsichtigt ist. Ganzähnlich will Wagner die Musik ihres eigentlichen Wesens ent-kleiden und sie von einer Trägerin der Emotion zu einer sol-chen des verständigen Denkens machen. Das Schönbartspieldes wechselseitigen Kleidertausches ist auf diese Weise vollstän-dig. Die Maler geben sich für Schriftsteller aus, die Dichtergeberden sich als Symphonisten, der Musiker spielt den Wort-dichter. Die Präraphaeliten, die einen Glaubens-Kernspruchniederschreiben wollen, bedienen sich hierzu nicht der Buchsta-benschrift, die an Bequemlichkeit nichts zu wünschen übrig läßtund in der sie sicher verstanden werden, sondern stürzen sich indie Mühsal einer umständlichen, höchst zeitraubenden Malerei,die mit allem Aufwands von Figuren nicht entfernt so deut-lich zum Verstände redet wie eine einzige Zeile vernünftigerSchrift. Die Symbolisten, die eine musikalische Emotionerwecken wollen, komponiren nicht eine Melodie, sondernfügen sinnlose, doch angeblich musikalische Worte aneinan-der, die vielleicht Heiterkeit oder Aerger, aber nicht die be-absichtigte Emotion erregen können. Wagner, wenn er denBegriff „Riese", „Zwerg", „Tarnkappe" ausdrücken will, sagtnicht etwa in gutem, gemeinverständlichem Deutsch „Zwerg",„Riese", „Tarnkappe", sondern ersetzt diese vortrefflichen Wortedurch eine Reihe Noten, deren Bedeutung ohne Schlüssel keinMensch errathen wird. Bedarf es noch eines Wortes, umden vollständigen Wahnsinn dieser Verwechselung aller Aus-drucksmittel, dieses Verkennens dessen, was jeder Kunst möglichist, ins Licht zu stellen?
Wagner hat den Ehrgeiz, es den Corpsstudenten gleich-zuthun, die den Renommirköter „Papa" sagen lehren. Er willdas Kunststück fertig bringen, die Musik „Schulze" und„Müller" sagen zu lassen. Die Partitur soll nöthigenfalls imStande sein, das Adreßbuch zu ersetzen. Die Sprache genügt ihm