Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
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307
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Der Myslicismus.

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Zuhörer aus :Diese Figur bedeutet Kampf, jene einen Drachen,die dritte Schwert" u. s. w. Wenn der Zuhörer auf dieUebereinkunft nicht cingeht, so verlieren die Leitmotive jedeBedeutung, denn in sich haben sie nichts, was zum Erfassendes ihnen willkürlich beigelegten Sinnes zwingt, und sie könnengar nicht derartiges in sich haben, weil die Nachahmungsfähig-keit der Musik sich naturgemäß auf rein akustische Erschei-nungen und allenfalls noch auf jene optischen beschränkt, diein der Regel von akustischen begleitet sind. Die Musik kanndurch Nachahmung des Donners den Begriff Gewitter, durchNachahmung der Trompetensignale den Begriff Heer so aus-drücken, daß der Hörer über die Bedeutung der entsprechendenTonsolgen kaum einen Zweifel hegen kann. Dagegen ist esder Musik gänzlich versagt, die Welt des Sicht- oder Fühl-baren und nun gar die des abgezogenen Denkens mit ihrenMitteln unzweideutig zu versinnlichen. Die Leitmotive sinddeshalb höchstens kalte Sinnbilder wie die Buchstaben derSchrift, die an sich gar nichts sagen und nur für den Ein-geweihten, den Schristgelehrten zu Trägern eines gegebenenVorstellungs-Inhalts werden.

Hier finden wir wieder dieselbe Erscheinung, die wir be-reits wiederholt als kennzeichnend für die Denkweise der Ent-arteten festgestellt haben: die unbewußte, mondsüchtig nacht-wandelnde Art, mit der sie über die sichersten Grenzen dereinzelnen Kunstgcbiete hinwegsteigen, die durch eine lange ge-schichtliche Entwickelung erreichte Differenzirung der Künste auf-hebcn und diese auf den Stand zurückführen, den sie zur Zeitder Pfahlbauten, ja der ältesten Höhlenbewohner eingenommenhaben mögen. Wir haben gesehen, daß die Präraphaeliten dasBild zu einer Schrift Herabdrücken, die nicht mehr durch ihremalerischen Eigenschaften wirken, sondern einen abgezogenenGedanken aussprechen soll, und daß die Symbolisten aus demWorte, dem konventionellen Träger eines Begriffs, eine mu-

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