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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

bangen Lüstlings, der den Stachel des Fleisches fühlt und umeine Hilfe fleht, die ihn vor sich selbst schützen soll.

Wie alle Entarteten ist Wagner als Dichter völlig un-fruchtbar, wenn er auch eine lange Reihe von Bühnenwerkengeschrieben hat. Die schöpferische Kraft, welche das Schauspieldes allgemeinen, normalen Menschenlebens nachzubilden vermag,ist ihm versagt. Den emotionellen Inhalt seiner Stücke holter sich aus seinen eigenen krankhaften mystisch-erotischen Emo-tionen und die äußeren Vorgänge, die ihr Knochengerüst bilden,sind reine Lesefrüchte, die Erinnerung an Bücher, die auf ihnEindruck gemacht haben. Das ist der große Unterschied zwischendem gesunden Dichter und dem entarteten Nachempfinder.Jener ist im Stande,ins volle Menschenleben" hineinzugrei-fen, es zu packen und entweder athmend und zuckend in eineDichtung einzutragen, die dadurch selbst zu einem Stück nai-ven Lebens wird, oder es mit idealisirender Kunst abzuformeu,seine zufälligen Nebenzüge zu unterdrücken, das Wesentlichehervorzuheben und auf diese Weise hinter der räthselhaftverwirrenden Erscheinung das Gesetz überzeugend nachzu-weisen. Der Entartete dagegen kann mit dem Leben nichtsanfangen. Er steht ihm blind und taub gegenüber. Er istein Fremder inmitten der gesunden Menschen. Es fehlt ihman Organen, sie zu begreifen, ja sie auch nur wahrzunehmen.Nach dem Modell zu arbeiten liegt nicht in seinen Kräften.Er kann nur Vorlagen nachzeichnen und sie dann subjektivmit seinen eigenen Emotionen koloriren. Er sieht das Lebenerst, wenn es papieren, wenn es schwarz auf weiß vor ihmliegt. Während der gesunde Dichter der chlorophyllhaltigenPflanze gleicht, die in den Erdboden taucht und mit ehrlicherWurzelarbeit sich die Nährstoffe verschafft, aus denen sie sichund ihre Blüthe und Frucht aufbaut, hat der Entartete dieBeschaffenheit der Schmarotzerpflanze, die nur auf einem Wirthsortkommt und sich ausschließlich von dessen fertig ausge-