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1 (1892)
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297
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Der Mysticismus.

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Triebe unwiderstehlich zum Weibe und zwangen ihn sein Le-ben lang, Alles zu thun, was seinen Überzeugungen ins Ge-sicht schlug und was seine Lehre verdammte. Dieser Zwiespaltzwischen seiner Philosophie und seinen organischen Neigungenist die intime Tragödie seines Geisteslebens und alle seineDichtungen bilden ein einziges Ganzes, das den Verlauf desinnern Kampfes erzählt. Er sieht das Weib, er verliert sich so-fort und geht ganz in dessen Zauber auf. (Siegmund und Sieg-linde, Siegfried und Brunhilde, Tristan und Isolde.) Dasist eine schwere Sünde und sie muß gebüßt werden. Der

Tod allein ist eine genügende Strafe. (Schlußauftritte vonWalküre",Götterdämmerung",Tristan und Isolde.")Aber der Sünder hat eine kleinlaute, schwächliche Ausrede.Ich konnte nicht widerstehen. Ich war ein Opfer übermächti-ger Gewalten. Meine Verführerin war aus dem Götterge-schlecht," (Sieglinde, Brunhilde)ich war durch Zaubertränkemeiner Sinne beraubt." (Tristan, Siegfried im Verhältnissezu Gutrune.) Wie herrlich wäre es, wenn man stark genugsein könnte, das fressende Unthier der Begierde in sich zuüberwältigen! Welche hohe Lichtgestalt wäre der Mann, derdem Dämon Weib den Fuß auf den Kopf setzen könnte! (Tann-häuser, Parsifal.) Und wie schön, wie anbetungswürdig wäreandererseits ein Weib, das im Manne nicht das Höllenfeuerder Leidenschaft entzünden, sondern ihm behilflich sein würde,es zu unterdrücken, das vom Manne nicht die Auflehnung ge-gen Verstand, Pflicht und Ehre verlangen, sondern ihm einBeispiel des Verzichts und der Selbstbekämpsung sein würde,das den Mann nicht knechten, sondern als liebende Magd sicheines Eigenwesens ganz entäußern und in ihm aufgehen wollte,mit einem Worte, ein Weib, das die Wehrlosigkeit des Man-nes für ihn ungefährlich sein ließe, weil es selbst völlig un-bewaffnet wäre! (Elisabeth, Elsa, Senta, Gutrune.) Die Er-findung dieser Frauengestalten ist eine Art äs protnnäis des