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1 (1892)
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Der Mysticismus.

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die Mitarbeiter Wagners und nicht seine Kunst ist es, diedieses in mystische Verzückung wiegt, sondern die Grundstim-mung, zu der zwei Jahrtausende christlichen Fühlens dieungeheure Mehrheit der Weißen Menschen erzogen haben.

Mystik und Erotik gehen, wie wir wissen, immer zusam-men, namentlich bei Entarteten, deren Emotivität hauptsächlichin krankhaften Reizzuständen der Geschlechtszentren wurzelt.Wagners Einbildungskraft beschäftigt sich unausgesetzt mit demWeibe. Aber er sieht dessen Verhältniß zum Manne nie inder Gestalt gesunder, natürlicher Liebe, die eine Wohlthat undBefriedigung für beide Liebende ist. Wie allen krankhaftenErotikern wir haben dies schon bei Verlaine und Tolstoibemerkt stellt sich ihm das Weib als eine furchtbare Na-turgewalt dar, deren zitterndes, ohnmächtiges Opfer der Mannist. Das Weib, das er kennt, ist die greuliche Astarte derSemiten, die furchtbare menschenfressende Kali Bhagawati derInder, eine apokalyptische Vision von lachender Mordlust, vonewiger Verderbniß und Höllenqual in dämonisch schönerVerkörperung. Kein dichterisches Problem hat ihn tiefer erregtals das der Beziehungen, die sich zwischen dem Manne undder berückenden Zerstörerin ergeben. Er ist an dieses Problemvon allen Seiten herangetreten und hat ihm die verschiedenenLösungen gegeben, die seinen Trieben und seinen Anschauungenvon Sittlichkeit entsprechen. Häufig unterliegt der Mann derVerführerin, aber Wagner empört sich gegen diese Schwäche,deren er sich selbst nur zu tief bewußt ist, uud er läßt in seinenHauptwerken den Mann verzweifelten und schließlich siegreichenWiderstand leisten. Aus eigener Kraft entringt der Mannjedoch sich nicht dem lähmenden Zauber des Weibes. Ihmmuß eine übernatürliche Hilfe werden. Sie geht meist voneiner reinen, selbstlosen Jungfrau aus, die das Gegenstück derSphinx mit dem weichen Frauenleib und den Löwentatzen bildet.Nach dem psychologischen Gesetze des Kontrastes erfindet er sich zu