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Der Mysticismus.
Confiteor angesehen werden, das Offertorium singen die Kna-ben („Nehmet hin mein Blut um unsrer Liebe Willen!" u.s. w.), die Konsekration nimmt Amfortas vor, an der Kommu-nion betheiligen sich Alle und selbst an das „Its, rnissa. 6st"klingt Gurnemanz': „Dort hinaus, deinem Wege zu!" paro-distisch an. Was seit Konstantin dem Großen, was seit derErhebung des Christenthums zur Staatsreligion, nie ein Dich-ter gewagt hat, das hat Wagner gethan : er hat aus dem unver-gleichlich reichen emotionellen Inhalte der Meßhandlung Bühnen-wirkungen gezogen. Er hat die Abendmahlsymbolik tiefempfunden, sie hat in ihm starke mystische Erregung hervorge-rufen und cs war ihm ein Bedürfniß, dem sinnbildlichen Vor-gänge dramatische Gestalt zu geben, das, was im Meßopfernur angedeutet, kurz zusammengefaßt und vergeistigt ist, in allerAusführlichkeit und Vollständigkeit sinnlich zu erleben. Erwollte leibhaftig sehen und fühlen, wie die Anserwählten unterheftigen Emotionen den Leib Christi und sein erlösendes Blutgenießen und wie überirdische Erscheinungen, das purpurneAufleuchten des Grals, das Herabschweben einer Taube (imSchlußauftritt) u. s. w., die wirkliche Anwesenheit Christi unddie göttliche Beschaffenheit des Mahles gleichsam greifbarmachen. Wie Wagner sich aus der Kirche seine Eingebungfür die Grals-Auftritte geholt und in diesen die Liturgie zuseinem eigenen Gebrauche in der Weise der Liblia xmnpsrumvervolksthümlicht hat, so finden die Zuschauer auf seiner Bühnedie Kathedrale und das Hochamt wieder und bringen in dasStück alle Emotionen mit, welche die Kirchenbräuche in ihrerSeele zurückgelassen haben. Der wirkliche Priester im Meß-gewands, die Erinnerung an seine Geberden, an das Glöck-lein und die Kniebeugungen der Ministranten, an den blauenQualm und Duft des Weihrauchs, an das Brausen derOrgel und an das Spiel des bunten Sonnenlichts durch diefarbigen Fenster der Kirche, sind im Gemüthe des Publikums