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1 (1892)
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Der Mysticismus.

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Leben als einen entsetzlichen Fluch erleidet und den Todals das köstlichste Heil leidenschaftlich ersehnt! Ist ein lächer-licherer Widerspruch überhaupt denkbar? Die Titurel-Episodeist überdies eine Leugnung aller Voraussetzungen desParsifal,"der auf dem Boden der religiösen Anschauung von der persönlichenFortdauer nach dem Tode aufgebaut ist. Wie kann derTod den Menschen schrecken, der überzeugt ist, daß seinerdie Wonne des Paradieses harrt? Wir stehen da vor dem-selben Nichtbegreifen der eigenen Annahmen, das uns schonbei Dante Gabriel Rossetti und Tolstoi ausgefallen ist.Das ist aber eben die Besonderheit des krankhaft mystischenDenkens. Es vereinigt Vorstellungen, die einander ausschließen,es entzieht sich dem Gesetze der Folgerichtigkeit und fügt unbe-kümmert Einzelheiten zusammen, die verblüfft sind, sich neben-einander zu sehen. Beim Mystiker aus Unwissenheit, aus Denk-faulheit, aus Nachahmung beobachten wir diese Erscheinungnicht. Er mag eine unsinnige Vorstellung zum Ausgangspunkteeiner Gedankenreihe nehmen, diese selbst entrollt sich aber ver-nünftig und folgerichtig und duldet keinen groben Widerstreitihrer einzelnen Glieder.

Wie die Christologie Wagner die Gestalt des Parsifaleingegeben hat, so die Eucharistie den wirksamsten Auftritt desStückes, das Liebesmahl der Gralsritter. Es ist die Jnszene-setzung der katholischen Messe unter ketzerischer Hiuzufügungeines protestantischen Zuges, der Theiluahme der Gemeinde amAbendmahl in beiderlei Gestalt. Die Enthüllung des Gralsentspricht dem Erheben der Monstranz. Die Ministrantensind zu den Chören der Knaben und Jünglinge ausgestaltet.In den Wechselgesäugen und in den Handlungen Amfortasfinden sich Annäherungen an alle vier Theile der Messe. DieGralsritter psalmodiren eine Art verkümmerten Introitus,Amfortas lange Klage:Nein! Laßt ihn unenthüllt! Oh!Daß Keiner, Keiner diese Qual ermißt" u. s. w. kann als

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