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1 (1892)
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Der Mysticismus.

gänger an dieser mißbräuchlichen Verwendung der Christus-Sage keinen Anstoß nimmt, ja bei den verzerrten Bruchstückendes Evangeliums einige der Emotionen wiederfindet, welchedieses selbst einst in ihm erregt haben mag, ist begreiflich. Un-verständlich aber ist es, daß die ernsten Gläubigen und na-mentlich die eifernden Zionswächter nie empfunden haben, welcheEntweihung ihrer heiligsten Vorstellungen Wagner begeht, in-dem er seinen Parsifal mit Zügen Christi ausstattet.

Von den sonstigen absurden Einzelheiten desParsifal"sei nur noch eine erwähnt. Der greise Titurel ist dem Er-denlose des Todes verfallen, er lebt aber im Grabe durch dieGnade des Heilands weiter. Der Anblick des Grals erneuertimmer wieder auf einige Zeit seine schwindende Lebens-kraft. Titurel scheint auf dieses trostlose Dasein eines leben-digen Tobten einen großen Werth zu legen.Im Grabe leb'ich durch des Heilands Huld" ruft er froh aus seinem Sargeheraus und er fordert mit drängendem Ungestüm, daß ihmder Gral gezeigt, sein Leben dadurch gefristet werde.Sollich den Gral heut' noch erschaun und leben?" fragt er ängst-lich und da er nicht gleich Antwort bekommt, jammert er:Muß ich sterben, vom Retter »»geleitet?" Sein SohnAmfortas zögert, da ertheilt der alte Herr seine Befehle:Ent-hüllet den Gral!"Der Segen!" Und als ihm willfahrt ist,jubelt er:Oh! heilige Wonne! Wie hell grüßt uns heute derHerr!" Später hat Amfortas eine Zeit lang vernachlässigt,den Gral zu enthüllen, und so mußte Titurel sterben. Am-fortas ist darüber verzweifelt:Mein Vater! Hochgesegneterder Helden! .. . Der einzig ich sterben wollt', dir gab ich denTod!" Aus alledem geht unzweifelhaft hervor, daß alle Bethei-ligten das Leben, und wäre es selbst das schattenhafte, inhaltloseeines bereits im Sarge Gebetteten, als ein überaus köstlichesGut, den Tod als ein bitteres Unglück empfinden. Und diesgeschieht in demselben Stücke, in welchem Kundry das ewige