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Der Mysticismus.
ten, die ein Zukunftstheater bauen und selbst darin Zukunfts-werke spielen wollten ! Und an diesen Vereinen betheiligten sichnicht etwa blos Studenten oder junge Handelsbeflissene, beidenen ein gewisser Hang zum Komödiespielen eine Wachsthums-Krankheit ist und die sich gern überreden, daß sie dem „Ideal"dienen, wenn sie mit kindischer Eitelkeit in grotesken Theater-trachten vor den gerührten und bewundernden Verwandten undBekannten gestikuliren und deklamiren, nein, alte Pfahlbür-ger mit Glatze und Schmeerbauch verließen ihren geheiligtenSkat und selbst den unantastbaren Frühschoppen und bereitetensich weihevoll zu dramatischen Großthaten vor! Seit der denk-würdigen Gelegenheit, da Squenz, Schuock, Zettel, Flaut,Schnauz und Schmächtig zusammen das schöne Stück „Pyra-mus und Thisbe" einstudirten, hatte die Welt kein ähnlichesSchauspiel gesehen. Gefühlsamen Spießern und schwärmendenLadenschwengeln waren Wagners Faseleien zu Kopfe gestiegenund die Knoten und Philister, zu denen seine frohe Botschaftgedrungen war, schickten sich thatsächlich an, Goethe und Schil-ler, Mozart und Beethoven mit vereinten Kräften fortzusetzen.
In der angeführten Stelle, an der er in der abgestanden-sten Rousseau'schen Manier den Pöbel verherrlicht, von der„unnatürlichen Kultur" spricht und die „moderne Civilisation"„die grausame Unterdrückerin der menschlichen Natur" nennt,verräth Wagner jenen Geisteszustand, den die Entarteten mitden erleuchteten Reformatoren, die geborenen Verbrecher mitden Blutzeugen des Menschheit-Fortschrittes theilen, nämlich dietiefe, wurmende Unzufriedenheit mit dem Bestehenden. Dieseist freilich bei dem Entarteten anders beschaffen wie bei demReformator. Der letztere entrüstet sich nur über wirklicheUebelstände und macht verständige Vorschläge zur Abhilfe, dieder Zeit vorauseilen, eine bessere und weisere als die wirklicheMenschheit voraussetzen mögen, aber sich immer mit Bernunft-gründen vertheidigen lassen. Der Entartete dagegen wählt