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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

zu vereinfachen und so übersichtlicher zu machen, alles Lebendeund Todte auf tiefere und ältere Daseinsstufcn herabzuholen,damit es seinem Verständniß bequemer zugänglich sei. Wirhaben gesehen, daß die französischen Symbolisten mit ihrem Farben-hören den Menschen bis zur undifferenzirten Sinneswahrnehmungder Bohrmuschel oder Auster herabwürdigen wollen. WagnersVerschmelzung der Künste ist ein Seitenstück zu diesem Einfall.SeinKunstwerk der Zukunft" ist das Kunstwerk der Längst-vergangenheit. Was er für Entwickelung hält, ist Rückbildung,ist Umkehr zu urmenschlichen, ja vormenschlichen Zuständen.

Noch viel außerordentlicher als der Grundgedanke des Bu-ches ist dessen sprachliche Form. Man würdige beispielsweisefolgende Bemerkungen über die Tonkunst: (S. 68)Das Meertrennt und verbindet die Länder; so trennt und verbindet dieTonkunst die zwei äußersten Gegensätze menschlicher Kunst, dieTanz- und Dichtkunst. Sie ist das Herz des Menschen; dasBlut, das von ihm aus seinen Umlauf nimmt, gibt dem nachaußen gewandten Fleische seine warme, lebenvolle Farbe, dienach innen strebenden Nerven des Gehirnes nährt es aber mitwellender Schwungkraft." (! !)Ohne die Thätigkeit des Her-zens bliebe die Thätigkeit des Gehirnes nur ein mechanischesKunststück," (!) «die Thätigkeit der äußeren Leibesglieder einebenso mechanisches, gefühlloses Gebühren. Durch das Herzfühlt der Verstand sich dem ganzen Leibe verwandt," (!!)schwingtder bloße Sinncnmensch sich zur Verstandesthätigkeit empor." (!)Das Organ des Herzens" (!)aber ist der Ton, seine künst-lerisch bewußte Sprache: die Tonkunst." Was hier Wagnervorschwebte, das war ein schon an sich gänzlich unsinnigerVergleich zwischen der Rolle der Musik als Ausdrucksmittel derGefühle und der Rolle des Blutes als Träger der Nährstoffedes Organismus. Da sein mystisch denkendes Gehirn abernicht im Stande war, die einzelnen Bestandtheile dieser krausenVorstellung scharf zu erfassen nnd sie gleichlaufend zu ordnen,