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1 (1892)
Entstehung
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273
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Der Mysticismus.

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Wickelungsgesetzen, daß man sie ohne Weiteres als delirirendbezeichnen kann. Die natürliche Entwickelung geht immer vonder Einheit zur Vielheit, nicht umgekehrt; der Fortschritt be-steht in der Differenzirung, das heißt in der Ausgestaltungursprünglich gleicher Theile zu besonderen Organen von ver-schiedener Beschaffenheit und selbstständigen Verrichtungen, nichtaber in der Zurückführung der Sonderwesen von reicher Eigen-art zu einer Nr-Gallerte ohne Physiognomie. Die Künste sindnicht zufällig geworden; ihre Differenzirung ist die Folgeorganischer Nothwendigkeit; haben sie einmal die Selbstständig-keit erreicht, so geben sie sie nie wieder auf. Sie können ent-arten, sie können sogar absterben, aber sie können nichtmehr zu dem Keime zurückschrumpsen, von dem sie ausge-gangen sind. Das Zurückstreben zu den Anfängen ist jedocheine Eigenthümlichkeit der Entartung und in ihrem tiefstenWesen begründet. Der Degencrirte befindet sich selbst aufdem Abstiege von der Höhe organischer Entwickelung, welcheunsere Gattung erreicht hat; sein mangelhaftes Gehirn ist zurletzten und feinsten Denkarbeit unfähig; er hat darum den Trieb,sich diese zu erleichtern, die Mannigfaltigkeit der Erscheinungen

Drang als wirklich gestillt gedacht werden. Erst wenn die Bildhauerkunstnicht mehr existirt, oder nach einer andern, als der menschlich leiblichenRichtung hin - als Skulptur in die Architektur aufgegangen, wenndie starre Einsamkeit dieses einen in Stein gehauenen Menschen in dieunendlich strömende Vielheit der lebendigen wirklichen Menschen sich auf-gelöst haben wird . . . dann erst wird die wahre Plastik auch vor-handen sein." Und S. 182:Was sie" (die Malerei)bei redlichemBemühen zu erreichen strebt, erreicht sie am vollkommensten, . . wenn

von Leinwand und Kalk herab sie auf die tragische Bühne steigt . . .Die Landschaftsmalerei aber wird als letzter und vollendeter Abschlußaller bildenden Kunst, die eigemliche, lebengebende Seele der Achitekturwerden; sie wird uns so lehren, die Bühne für das dramatische Kunst-werk der Zukunft zu errichten, in welchem sie, selbst lebendig, den warmenHintergrund der Natur für den lebendigen, nicht mehr Hochge-bildeten, Menschen darstellen wird."

Nordau, Entartung.

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