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1 (1892)
Entstehung
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272
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Der Mysticismus.

Gunsten unmusikalischer Geister nennen, als bei welchen dieMusik erst eingeschwärzt werden muß durch ein ihr fremdesMedium, also etwan als Begleitung einer breit ausgesponnenen,faden Liebesgeschichte und ihrer poetischen Wassersuppen: denneine gedrängte, geist- und gedankenvolle Poesie verträgt derOperntext gar nicht." Das ist eine vollständige Verurtheilungder Wagnerschen Vorstellung vom Musikdrama als dem Ge-sammt-Kunstwerke der Zukunft. Zwar hat es den Anschein,als kämen gewisse neuere Versuche der Psychophysik der Theo-rie Wagners von der gegenseitigen Steigerung gleichzeitigerWirkungen verschiedener Künste zu Hilfe. Charles Forö^)hat in der That gezeigt, daß das Ohr schärfer hört, wenndas Auge gleichzeitig durch eine angenehme (dynamogene)Farbe erregt wird, aber einmal kann diese Erscheinung auchso gedeutet werden, daß der Gesichtseindruck nicht als solcher,als Sinneserregung schlechtweg, sondern nur durch seinedynamogene Beschaffenheit die Hörschärfe steigert und über-haupt das ganze Nervensystem zu lebhafterer Thätigkeit an-regt, und dann handelt es sich bei Firss Versuchen blos umeinfache Sinneswahrnehmungen, während das Musikdramahöhere Hirnthätigkeit wachrufen, Vorstellungen und Gedankenneben unmittelbaren Emotionen erzeugen soll, wobei jedeeinzelne der zusammenwirkenden Künste, wegen der noth-wendigen Zersplitterung der Aufmerksamkeit an sie, schwächerempfunden wird, als wenn sie allein zu Sinn und Geist spräche.

Die zweite Behauptung Wagners, daß die natürlicheEntwickelung der einzelnen Künste sie nothwendig zum Auf-geben ihrer Selbstständigkeit und zu ihrer Verschmelzung miteinander führe,2) widerspricht sosehr allen Erfahrungen und Ent-

') Ldsrlss Psrö, Lsnsation st monvsmsnt. ksris, 1887.

2)Das Kunstwerk der Zukunft," S. 169:Erst wenn der Drangdes künstlerischen Bildhauers in die Seele des Tänzers, des mimischenDarstellers, des singenden und sprechenden, übergegangen ist, kann dieser