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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

und Tanz, das sich iu einem Landschaftsgemäldc abspielt, eineMeisterschöpfung der auf den dichterisch-musikalischen Zweck ge-richteten Baukunst zum Nahmen hat und von Mimen darge-stellt wird, die eigentlich Bildhauer sind, ihre plastischen Ein-gebungen aber durch ihre eigene körperliche Erscheinung ver-wirklichen.

So hat Wagner sich die Entwickelung der Kunst znrechtge-legt. Sein System fordert in allen Theilen die Kritik heraus.Die versuchte geschichtliche Ableitung der Künste aus einanderist unrichtig. Wenn man die ursprünglichen Wechselbeziehungenvon Gesang, Tanz und Dichtung zugeben kann, so istdoch die Ausbildung der Baukunst, Malerei und Bildhauereivon der Dichtung in ihrer dramatischen Form sicher unab-hängig. Daß das Theater für alle Künste Verwendung hat,ist wahr, aber es ist eine von jenen Wahrheiten, die so selbst-verständlich sind, daß man sie überhaupt nicht auszusprccheubraucht und am allerwenigsten mit tiefsinniger Prophetcn-miene und den großen Priestergeberden eines Verkünders über-raschender Offenbarungen. Jeder weiß aus Erfahrung, daßdie Bühne in einem Theatergebäude ist, daß sie gemalte Deko-rationen zeigt, die Landschaften oder Bauwerke darstellen, unddaß auf ihr gesprochen, gesungen, getanzt und gemimt wird.Wagner fühlt im Geheimen selbst, daß er sich lächerlich macht,wenn er sich austreugt, diese Platte Erfahrungs-Thalsache miteinem Ungeheuern Aufwand an Schwulst und Uebergeschuappt-heit PYthisch vorzutrageu, er übertrcivt sie also, bis sie inUnsinn überschlägt. Er stellt nicht etwa blos fest, daß imDrama, genauer in der Oper oder im Musikdrama, wieWagner sie lieber nennt, verschiedene Künste Zusammenwirken,sondern er behauptet, daß jede einzelne Kunst erst durchdieses Zusammenwirken zu ihrer höchsten Ausdrucksfähigkeitgesteigert wird und daß die einzelnen Künste ihre Selbstständig-keit als eine unnatürliche Verirrung aufgeben müssen und