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Dcr Mystieismus.
ten Tempelpriester ihrem Hausgotte mit dem wilden Glau-bens-Fanatismus heulender und tanzender Derwische Weih-rauch verbrannt, Kniebeugungen und Niederwerfungen darge-boten und Gegner als Opfer geschlachtet hätten.
Den Graphomancn Wagner wollen wir uns näher an-sehen. Seine „Gesammelten Schriften und Dichtungen" bil-den zehn große, dicke Bände und unter den ungefähr 4500Seiten, die sie enthalten, ist schwerlich eine einzige, die denunvoreingenommenen Leser nicht durch irgend einen unsinnigenGedanken oder eine unmögliche Ausdrucksweise verblüffenwürde. Unter seinen Prosawerken — die poetischen sollenspäter an die Reihe kommen — ist wohl das hauptsächlichste„Das Kunstwerk der Zukunft." i) Die darin ausgesprochenenGedanken — so weit man die schwankenden Schatten-Vorstel-lungen eines mystisch-emotiven Entarteten so nennen kann —haben Wagner sein ganzes Leben lang beschäftigt und sindvon ihm wieder und wieder in immer neuen Wendungen undEinkleidungen vorgetragen worden. „Oper und Drama,"„Das Judenthum in der Musik," „Ueber Staat und Reli-gion," „Neber die Bestimmung der Oper," „Religion undKunst," sind nichts Anderes als Umschreibungen und weit-läufigere Ausführungen einzelner Stellen des „Kunstwerksder Zukunft." Schon dieses rastlose Wiederholen einer undderselben Gedankenfolge ist in hohem Grade bezeichnend.Der klare, geistig gesunde Schriftsteller, der sich gedrängt fühlt,etwas zu sagen, wird sich einmal so deutlich und eindringlich,wie es ihm möglich ist, aussprechen und sich damit genug ge-than haben. Er mag vielleicht auf den Gegenstand zurück-kommen, um Mißverständnisse aufzuklären, Angriffe zurückzu-weisen und Lücken zu ergänzen, aber er wird niemals sein
') Richard Wagner, Das Kunstwerk der Zukunft. Leizig, 1850. (DieSeitenzahlen, die bei den Anführungen aus dieser Schrift angegeben sind,beziehen sich auf die hier bezeichnete Ausgabe.)