Der Mysticismus.
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Ungeheure seiner Urkraft gibt sich in seinen Entartnngs- wiein seinen Veredelungs-Bestrebungen überwältigend kund.
Der eine Richard Wagner ist allein mit einer größernMenge Degeneration vollgeladen als alle anderen Entartetenzusammengenommen, die wir bisher kennen gelernt haben.Die Stigmate dieses Krankheitszustandes finden sich bei ihmmit unheimlicher Vollständigkeit und in üppigster Entfaltungvereinigt. Er zeigt in seiner allgemeinen GeistesverfassungBerfolgungswahnsinn, Größenwahn und Mystizismus, in seinenTrieben verschwommene Menschenliebe, Anarchismus, Auf-lehnungs- und Widerspruchssucht, in seinen Schriften alle Merk-male der Graphomanie, nämlich Zusammenhanglosigkeit, Ge-dankenflucht und Neigung zu blödsinnigem Kalauern, und alsGrundlage seines Wesens die kennzeichnende Emotivität von gleich-zeitig erotomanischer und glaubcnsschwärmerischer Färbung.
Für Wagners Verfolgnngswahnstnn haben wir dasZcugniß seines jüngsten Biographen und Freundes FerdinandPracger, der erzählt, daß er Jahrzehnte lang fest überzeugtwar, die Juden hätten sich zusammcngethan, um die Auf-führung seiner Opern zu verhindern, eine Wahnvorstellung,die ihm seinen grimmigen Antisemitismus eingab. SeinGrößenwahn ist von seinen Schriften, seinen mündlichen Aeuße-rungen, seiner ganzen Lebensführung her so bekannt, daß Ver-einfache Hinweis auf ihn genügt. Zuzugeben ist übrigens,daß er durch das tolle Treiben der Umgebung Wagners we-sentlich gesteigert wurde. Auch ein sehr viel sichereres Gleich-gewicht als das, welches im Geiste Wagners herrschte, wäredurch den ekelhaften Götzendienst, der in Bayreuth seine Stättehatte, unfehlbar gestört worden. Die „Bayreuther Blätter"sind eine einzige Erscheinung. Mir wenigstens ist kein zweitesBeispiel einer Zeitung bekannt, die ausschließlich zur Ver-götterung eines lebenden Menschen gegründet worden wäreund in deren jeder Nummer lange Jahre hindurch die bestell-