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1 (1892)
Entstehung
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261
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Der Mysticismus.

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dige Beschäftigung mit dem Weibe, das beständige Erfülltseindes Bewußtseins mit Vorstellungen aus dem Gebiete der Ge-schlechtlichkeit.^)

Im Geistesleben des gesunden Menschen spielt das Weibnicht entfernt die Rolle wie in dem des Entarteten. Das phy-siologische Verhältnis' des Mannes zum Weibe ist das des zeit-weiligen Verlangens nach diesem und der Gleichgiltigkeit, wennder Zustand des Verlangens nicht vorhanden ist. Abneigungoder gar heftige Feindschaft empfindet der normale Mannniemals gegen das Weib. Wenn ihn nach oem Weibe verlangt,so liebt er es, wenn seine erotische Erregung beruhigt ist, sosteht er ihm blos kühl und fremd, doch ohne Abscheu undFurcht gegenüber. Aus seinen rein subjektiven, physiologischenBedürfnissen und Neigungen heraus hätte der Mann allerdingsniemals die Ehe, ldie dauernde Verbindung mit dem Weibe,erfunden. Diese ist keine geschlechtliche, sondern eine gesellschaft-liche Einrichtung. Sie beruht nicht auf den organischen Trie-ben des einzelnen Mannes, sondern auf den Bedürfnissen derGesammtheit. Sie hängt mit der bestehenden Wirthschaftsord-nung und den herrschenden Anschauungen vom Staate, seinenAufgaben und seinem Verhältnisse zum Individuum zusammenund ändert ihre Form mit diesen. Der Mann mag odersollte doch ein bestimmtes Weib aus Liebe zur Ehegenossinwählen, was ihn aber nach getroffener Wahl und erfolgreicher

') Ich habe nicht die Absicht, in einem zunächst siir den allgemeingebildeten Leser bestimmten Buche bei diesem heikeln Punkte zu verweilen.Wer sich über den krankhaften Erotismus der Entarteten näher unterrichtenwill, der mag die Bücher von Paul Moieau (de Tours), Oes aberru-tions äu ssvs KsnSsigns, Säitiou, Paris, 1886, und Krafft-Ebing,Os^oboxotbiu ssxuulis, Stuttgart, 1886, lesen. Einschlägige Arbeitenvon Westphal (Archiv für Psychiatrie 1870 und 1876), von Charcot undMagnan (^rekives äe neuroloKie 1882) u. s. w sind dem Laien kaumzugänglich.